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„Rechtsanspruch bricht die Quote“

21.08.2012 | 17:48 Uhr
„Rechtsanspruch bricht die Quote“
Die Stadt steht vor einer riesigen Herausforderung bei der Schaffung neuer Kindergartenplätze für KleinkinderFoto: Martin Büdenbender

Lüdenscheid. Die Stadt Lüdenscheid steht vor einer riesigen Herausforderung bei der Schaffung neuer Kindergartenplätze für Kleinkinder. War man im Rathaus bis vor Kurzem noch davon ausgegangen, mit 62 zusätzlichen Plätzen im August nächsten Jahres den kommenden Rechtsanspruch der Eltern erfüllen zu können, geht man jetzt von etwa 150 Plätzen aus.

Angebot schafft neue Nachfrage

Nach aktuellem Kenntnisstand rechnet Jugendplaner Werner Giet mit einer erforderlichen Quote von 38,7 Prozent zur Bedarfsdeckung. Das Land Nordrhein-Westfalen hatte ursprünglich eine Deckung von 32 Prozent für ausreichend erachtet.

Ob damit das Ende der Fahnenstange erreicht ist oder die Lüdenscheider Quote auf 40 Prozent und mehr tendiert, ist völlig offen. Trotz kontinuierlichen Ausbaus in den letzten Jahren haben in diesem, gerade angelaufenen Kindergartenjahr 182 Eltern eine Absage für ihr Kind erhalten – exakt so viel wie im Vorjahr. Dazu geht der Fachplaner von einer schwer schätzbaren Dunkelziffer aus. Zusätzliche und wohnortnahe Angebote dürften die Nachfrage weiter anregen.

Damit geraten die Politiker im Jugendhilfeausschuss im September unter Entscheidungsdruck. Sie müssen die neue Quote und den verstärkten Ausbau beschließen. Eine echte Alternative gibt es wohl nicht. „Der Rechtsanspruch bricht die Quote“, sagt Giet. Im Ernstfall könnten Eltern den Klageweg beschreiten. Ihr Anspruch richtet sich gegen die Stadt, nicht gegen das Land NRW, dass mit der Vorgabe von 32 Prozent zumindest in Ballungsräumen, offenbar aber auch in mittelgroßen Städten deutlich daneben liegt.

Die wachsende Nachfrage wird auch an anderer Stelle deutlich. Die Zahl der Absagen bleibt konstant, obwohl die Kinderzahl gesunken ist. Im letzten Jahr waren es noch 1872 Kinder unter drei Jahren, in diesem Jahr sind es 1812, im kommenden Jahr rechnet man mit 1820.

Dabei hat die Stadt in den letzten Jahren massiv Plätze geschaffen. 2009 waren es 191, aktuell sind es 340 allein in Kitas. 35 sind zurzeit im Bau. Aber nächstes Jahr müssen es 525 sein. Weitere Plätze werden über die Tagespflege bereit gestellt (aktuell 87) oder auf so genannten Regelplätzen (etwa 80), die eigentlich für ältere Kinder vorgehalten werden.
Kommentar rechts

Von Florian Hesse

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Kommentare
22.08.2012
15:34
och...
von KFR001 | #1

wenn´s Geld nicht reicht, widmen wir einfach ein paar vorhandene Plätze um, Quoten erfüllt.. wo ist das Problem?

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