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Raubüberfälle in Serie begangen - Duo aus Lüdenscheid vor Jugendstrafkammer

08.11.2012 | 07:00 Uhr
Raubüberfälle in Serie begangen - Duo aus Lüdenscheid vor Jugendstrafkammer
Wegen mehrerer Raubüberfälle steht ein Duo aus Lüdenscheid vor der Jugendstrafkammer.Foto: WAZ FotoPool

Lüdenscheid.   Das Geld war viel zu knapp, der Lebensstil teuer, die Abenteuerlust groß. Offenbar ausreichende Gründe für zwei junge Lüdenscheider, fünf Raubüberfälle und einen Einbruch zu wagen. Je nach Motivation suchten sie den gewissen Kick oder eine sprudelnde Geldquelle. Dann klickten die Handschellen. Das Duo steht vor der Jugendstrafkammer des Hagener Landgerichts.

Diese Taten hielten Lüdenscheid ab Mai in Atem: Zwei maskierte und bewaffnete Männer stürmten eine Tankstelle an der Heedfelder Straße, ein Wett-Café an der Corneliusstraße, Spielhallen an der Knapper Straße und Im Ort sowie einen Döner-Imbiss an der Knapper Straße. Ungerührt bedrohten sie Mitarbeiter und Ladenbesitzer mit einer – ungeladenen – Gaspistole und einem Messer. Sie forderten Geld, bedienten sich aus Kasse und Tresor. Selbst die Gäste einer Spielhalle kamen nicht ungeschoren davon: Auch sie mussten ihr Geld abgeben. Lediglich der Betreiber des Imbisses setzte sich zur Wehr: Er stellte sich den Angreifern mit einem Döner-Messer entgegen – und wurde selbst verletzt.

Zwischendurch verschafften sich die Männer Zutritt zu einem Elektrogeschäft in der Knapper Straße und erbeuteten um die 6000 Euro Bargeld, Fernseher, Spielkonsolen und die passenden Spiele. Bei ihrem letzten Überfall riss ihre Glückssträhne aber offenbar ab: Sie wurden enttarnt und wenig später festgenommen.

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Die Angeklagten, ein 21-jähriger Ex-Soldat mit Kriegserfahrungen und ein 19-jähriger Abiturient aus besten Verhältnissen, wirkten erschreckend jung. Beide schienen zwischen Angst, Unbehagen und dem Bedürfnis zu schwanken, wenigstens jetzt das Richtige zu tun. „Das stimmt. Alles richtig“, bekannte der Ältere, der bereits bei der Bundeswehr in die Kasse griff. „Ich habe Schulden gehabt.“ Und, der Lebensstandard sei einfach zu gut gewesen. „Irgendwann kamen wir im Gespräch auf die bescheuerte Idee, uns auf diese Weise Geld zu beschaffen.“ Auch sein „Mitstreiter“ zeigte sich geständig: „Ich fand das aufregend – cool. Damals dachte ich, das wäre eine tolle Sache, dass ich darauf stolz sein könnte. Heute weiß ich nicht, wie ich so dumm sein konnte. Ich schäme mich dafür.“ Das Verfahren wird heute fortgesetzt.

Sylvia Mönnig

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