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SOS-Kinderdorf

Projekt hilft Kindern auf die Sprünge

13.09.2012 | 10:00 Uhr
Projekt hilft Kindern auf die Sprünge
SOS-Kinderdorf :Tiergestützte Pädagogik auf dem Bauernhof der Familie Fischer in Albringwerde.Foto: Jakob Salzmann

Lüdenscheid. Jedes Tier, das im Kleintier-Gehege des SOS Kinderdorfs auf dem Bauernhof der Familie Fischer in Albringwerde ein Zuhause gefunden hat, trägt einen Namen. Das ist wichtig, damit die Kinder, die an der Einzelförderung im Bereich der tiergestützten Pädagogik – einem neuen Projekt des Kinderdorfs – teilnehmen, eine persönliche Beziehung zu den Meerschweinchen, Kaninchen und Hühnern aufbauen.

Neugierige Hennen

Besonders neugierig sind die zwei großen Brahma Hennen, die wenig Scheu zeigen und sich ihr Leckerchen – ein Stück Apfel oder eine Möhre – prompt persönlich abholen. Die kleinen, flauschigen Seidenhühner sind da etwas vorsichtiger. Hunde aus Privatbesitz und Bauernhoftiere – Esel, Schafe und Pferde – sind in die tiergestützte Arbeit integriert. Svea List und Doris Theimann, zwei Erzieherinnen mit langjähriger Berufserfahrung und Zusatzausbildung, führen Kinder, die besonderer Förderung bedürfen, behutsam an die Pflege der Tiere heran – mit wichtiger Lernfunktion.

Im Anschluss an eine Fachtagung zum Thema Verselbstständigung stellte das SOS Kinderdorf Vertretern von Jugendämtern und Jugendhilfeeinrichtungen am Dienstag das neue Angebot vor. Bei strömendem Regen brachte Einrichtungsleiterin Gabriele Polle der Expertenrunde Idee und Ziele der tiergestützten Pädagogik, die der Ergänzung der stationären und ambulanten Angebote im Kinderdorf dient, nahe.

Nach anfänglicher Skepsis und nachdem sie die Kinder im Umgang mit den Tieren erlebt habe, sei sie jetzt von dem Projekt voll und ganz überzeugt, so Polle. „Ziel ist es, dass die Erfahrungen, die die Kinder im Umgang mit den Tieren machen, auch in der Mensch-zu-Mensch-Beziehung erfahrbar werden.“ Indem sie sich um die Tiere bemühen müssen, um sich ihnen anzunähern und ihr Vertrauen zu gewinnen, stärken die Kinder das eigene Selbstvertrauen und die Fähigkeit, Beziehungen anzubahnen und aufrechtzuerhalten. Gezielte Förderung sozial-emotionaler Kompetenzen, der Motorik, Wahrnehmung und Kommunikation verspricht sich das SOS Kinderdorf von dem Projekt. „Die Resonanz ist sehr, sehr groß“, berichteten Svea List und Doris Theimann über erste Erfolge.

Mit vier Kindern in der Einzelförderung sind die beiden Erzieherinnen, denen Thomas Bornemann als Bereichsleiter zur Seite steht, ins Projekt gestartet.

Hat sich alles eingespielt, werden sie mit bis zu zehn Kindern auf dem gepachteten Land der Familie Fischer arbeiten – auch wintertags. Lukas (11) und Chiarra (12), die am Dienstag dabei waren, haben die Tiere bereits fest ins Herz geschlossen. Unterstützung beim Füttern und Versorgen der Tiere erhält das Team des SOS Kinderdorfs von Renate und Erhard Fischer, die die Grundversorgung der Zwei- und Vierbeiner im Gehege sicherstellen. „Ich finde es schön, wenn Kinder mit Tieren groß werden“, erklärt die Bäuerin. Auch für ihre eigenen Kinder hat sie, als die noch klein waren, Kleintiere angeschafft.

Monika Salzmann

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2012-09-13 10:00
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