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Paten fördern Freude am Lernen

28.06.2012 | 10:00 Uhr
Paten fördern Freude am Lernen
Lernpaten, allesamt aus der 9. Klasse, sind derzeit an der Realschule Halver im ehrenamtlichen Einsatz, um Fünftklässlern Hausaufgabenhilfe zu erteilen und mit ihnen bei eventuellen Schwächen zu üben. Dafür erhielten sie jetzt von Lehrerin Claudia Hartmann, die das Projekt Schüler helfen Schülern betreut, eine Urkunde.

Halver. Als Schüler freut man sich, wenn man seine Hausaufgaben schnell erledigt, nicht gerade für einen Test büffeln muss – und ganz sicher halst man sich nicht freiwillig zusätzliche Arbeit auf. Das mag im Allgemeinen schon stimmen; an der Realschule gibt es allerdings 14 Mädchen und Jungen, die das anders sehen. Sie opfern gern ihre Freizeit, um den jüngsten Mitgliedern der Schulgemeinschaft als Lernpaten bei Wissenslücken unter die Arme zu greifen.

Hochkonzentriert die Köpfe zusammensteckend, diskutieren die Schüler gerade im Stuhlkreis darüber, was einen guten Lernpaten ausmacht und wie man seine Schützlinge am besten motiviert, als Lehrerin Claudia Hartmann und zugleich Projektleiterin der Aktion „Schüler helfen Schülern“ ihre aktuelle „Truppe“ vorstellt. Für Plaudereien haben die Neuntklässler keine Zeit.

Seit Schuljahr 2008/2009 am Start

Pünktlich zur Halbzeit ihres Einsatzes setzen sie sich in einem Qualifizierungsseminar, für das die Schule eigens eine Referentin des Ev. Kirchenkreises Lüdenscheid eingeladen hat, mit Themen wie der Klärung von Motivation und Zielen, Arbeits- und Zeitplanung, Lerntechniken sowie Konfliktmanagement auseinander. Das Erläutern der Hintergründe ihrer Tätigkeit überlassen sie der Leiterin des Projektes, das im Schuljahr 2008/2009 an den Start ging.

„Aufgrund des Schulleiterwechsels diesmal ausnahmsweise erst seit Beginn des 2. Halbjahres betreuen die Schüler immer dienstags in der siebten Stunde Fünftklässler bei den Hausaufgaben oder üben mit ihnen, überwiegend in den Hauptfächern Englisch, Mathe, Deutsch, wenn es dort mal hapert“, erzählt Claudia Hartmann. „Wenn ein Schüler kommt und fragt: ‘Ich habe morgen einen Erdkundetest, kannst du mich mal abfragen?’, geht das natürlich auch.“

Dass dies inhaltlich viel mit Nachhilfe zu tun hat, sei nicht von der Hand zu weisen. Doch den Begriff vermeide man ganz bewusst, klinge er doch sehr negativ – „und schließlich geht es darum zu motivieren“.

Und das mit Erfolg. Dieser lasse sich nicht an Noten messen („Dafür ist gemeinsames Lernen einmal die Woche für 45 Minuten zu wenig“), jedoch sehr wohl an „kleinen Lernerfolgen“, schildert Claudia Hartmann. „Zum Beispiel daran, dass die betreuten Schüler nicht mehr mit Bauchschmerzen in den Mathe-Unterricht gehen, weil ihre Hausaufgaben bereits einmal kontrolliert wurden, oder daran, dass sie sich trauen, sich zu melden.“

Kein Wunder, dass die „Patenkinder“, obwohl sie nach einem Anschreiben der Schule von ihren Eltern angemeldet werden, in der Regel gern zum Üben kommen – „fast alle regelmäßig!“

Und was motiviert die Lernpaten, ohne Not länger in der Schule zu bleiben, vielleicht sogar noch einmal von zu Hause zu kommen? Außer einem „attraktiven Zeugnis-Vermerk“ ist unterm Strich schließlich nicht viel zu holen. Darum gehe es den Jugendlichen aber auch gar nicht.

„Einige finden es schlichtweg interessant, sich mit jüngeren Schülern zu beschäftigen; anderen gefällt die Möglichkeit, Lernstoff wiederholen zu können – und sehr oft habe ich schon gehört, dass sie dabei helfen wollen, dass andere besser werden“, zählt die Projektleiterin stolz auf. „Viele sagen: ‘Ich will helfen, weil mir auch schon geholfen wurde’.“ Angenehmer Nebeneffekt: „Die Schüler rücken zusammen, da winken etwa die Kleinen den Großen auf dem Schulhof – keine Selbstverständlichkeit!“

Weitere Lernpaten-Anwärter zu gewinnen, sei nie ein Problem gewesen. Hartmann: „Allein diesmal hätte ich noch weitere fünf Schüler aufnehmen können, hier scheiterte es am Ende nur an der Terminfrage – sie hatten dienstags keine Zeit. Und alle, die mitmachen, sind sehr pflichtbewusst, melden sich ab, wenn sie mal nicht können, bereiten den Unterricht vor mit Übungen, kleinen Belohnungen – und das freiwillig! Sie nehmen ihre Aufgabe ernst.“

Simone Mylonas



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