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Vortrag

Grundversorgung mit Würde

24.02.2010 | 15:51 Uhr

Lüdenscheid. Bis in die Renaissance, als der britische Lordkanzler Thomas Morus (1478-1535) in seinem Werk „Utopia" eine „ferne Insel besserer Verhältnisse" beschrieb, verfolgte Bettina Griesenbruch am Dienstagabend im Alten Rathaus die Idee des bedingungslosen Grundeinkommens (bGE) zurück.

Bettina Griesenbruch hielt einen Vortrag über die Idee des bedingungslosen Grundeinkommens.

 Auf großes Interesse stieß der Vortrag zum Thema „Gut leben in schwierigen Zeiten", der mit der Idee des bGE und den Thesen von Professor Götz W. Werner, Gründer und Miteigentümer der Drogeriekette „dm", bekannt machte.

Vom Zuspruch überrascht zeigte sich selbst Bettina Griesenbruch, die in Lüdenscheid zusammen mit Barbara Barwicka-Geck einen Arbeitskreis ins Leben gerufen hat.

Kaufkraft an das Volk verteilen

Ausgehend von Professor Werners Definition des bGE („Das bedingungslose Grund-einkommen bezeichnet eine gesellschafts- und wirtschaftspolitische Idee, nach der jeder Bürger einen gesetzlichen Anspruch auf eine bedingungslose monetäre Grundversorgung durch das im Staat verfasste Gemeinwesen haben soll, die jedem Menschen seine Würde lässt") zeigte die Neuenraderin den Ist-Zustand von heute (41 Prozent der Deutschen gehen einer Erwerbstätigkeit nach) und einen nach Werner möglichen Soll-Zustand von morgen auf.

Ideen bekannt machen

„Der Abend soll dazu dienen, die Ideen bekannt zu machen", dazu die Referentin in Lüdenscheid. Auf die ethischen, ökonomischen und psychologischen Grundlagen des Modells ging sie ein. Nachteile des heutigen Systems der einkommensgebundenen Erwerbsarbeit mit einem Steuersystem, das auf dem Einkommen basiert, und Vorteile des bGE-Modells mit einer Konsumsteuer stellte sie vor. „Es gab noch nie zuvor so viele Menschen mit Existenzangst, Burn-Out-Syndrom und Depression wie heute."

Die Idee des bedingungslosen Grundeinkommens sei mittlerweile eine weltweite Idee. Es werde dringend Zeit für einen Paradigmenwechsel. Eine ratlose Politik, die nur noch auf die akuten Probleme der heutigen Zeit reagiert, aber keine wirklichen Lösungen zur Verbesserung der Lage anbietet, führte sie vor Augen. „Alle Macht zur Veränderung geht vom Volk aus." Nichts sei dringender, als Kaufkraft an das Volk zu verteilen.

Monika Salzmann



Kommentare
24.02.2010
21:10
Grundversorgung mit Würde
von GE-mein | #2

Götz Werner hat eine Idee ins Spiel gebracht, für die er den Ansatz der Konsumsteuer vorgeschlagen hat.
Diesen Ansatz einmal (oder mehrmals) durchdacht zeigt Möglichkeiten auf, die die Initiative hemmende Wirkung unseres bestehenden Systems radikal verändern .
Es gibt dann keine Steuerflüchtlinge mehr, keine ausgegrenzten, keine Schuldigen, viel Augenhöhe und Initiativentwicklung.
Wie wir aus dem bestehenden System in das Neue kommen wird sich zeigen, wenn wir eine Idee für die Form des Neuen entwickeln.
Welches Konsumsteuermodell dann zum tragen kommt wird sich in der Auseinandersetzung mit dem Konsumsteueransatz zeigen.
Für den Einkommensteueransatz gibt es inzwischen einige Modelle (Althaus , Straubharr, Pelzer...). Diese können von nutzen sein, um mit dem Grundeinkommen zu beginnen.

Zum Verständniss des Konsumsteueransatzes folgende Seite :

http://www.unternimm-die-zukunft.de/

Finanzierung und Wirkung

24.02.2010
17:15
Grundversorgung mit Würde
von Erik Völter | #1

Das Modell von Götz Werner ist nicht unbedingt der Königsweg. Zur Finanzierung eines BGE müssen auch alle Einkommen ab einer bestimmten Höhe herangezogen werden. Ein besseres Modell beschreiben Jörg Drescher und Mathias Dilthey. Das Projekt Jovialismus ist hier nachzulesen.
http://www.iovialis.org/download/jovialismus.pdf

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