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Gevelndorf

Garagen auf Kalkgrube geplant

31.08.2012 | 00:00 Uhr
Garagen auf Kalkgrube geplant
Die Straße Brinker Höh umrandet eine Grünfläche, die früher eine Kalkgrube war.Foto: Guido Raith

Lüdenscheid. Eine frühere Kalkgrube in Gevelndorf hat möglicherweise Potenzial für eine politische Kontroverse. Im Wohngebiet Brinker Höhe liegt die Grube, für die eine Voranfrage zum Bau einer größeren Garagenanlage vorliegt, wie Stadtplaner Lars Bursianjetzt dem Ausschuss für Umwelt und Stadtplanung vorstellte.

Platz für seltene Pflanzen

Für reine Begeisterung sorgte der Antrag allerdings nicht. Denn die Kalkgrube wäre früher von einigem ökologischen Wert gewesen – weil eben selten im Sauerland. Seltene Pflanzen und Insekten hätten sich dort ansiedeln können. Doch Interesse hatte über Jahrzehnt wohl niemand an der ökologischen Rarität, und so kippten die Anwohner im Lauf der Jahre dort ihre Gartenabfälle ab. „Es war einmal eine Kalkgrube“, formulierte das Hans-Jürgen Badziura, Umweltfachmann im Rathaus, aber die sei inzwischen „anthropogen überformt“, zu deutsch: das Einwirken der Gevelndorfer hat der Kalkgrube den Garaus gemacht.

Auf der anderen Seite stehen die Nachbarn im engen Wohngebiet mit viel zu wenig Parkplätzen da, in der Regel mit einem pro Haus. Und der Eigentümer der Fläche hat in der Vorplanung schon einmal dargestellt, dass bis zu 24 Einzelgaragen dort Platz finden könnte. Und Ausschussvorsitzender Stefan Pietzner war nicht abgeneigt, dem potenziellen Bauherrn entgegenzukommen.

Fragwürdige Belohnung

Doch sowohl bei Jens Voß (SPD) wie auch Oliver Fröhling (CDU) und Jürgen Appelt (Grüne) stößt das Vorhaben auf Bedenken: Es stelle sich die Frage, ob man mit einer Änderung des Bebauungsplans nicht jemanden belohne, der sich um den ökologischen Wert der Fläche über Jahre nicht geschert habe.

Andererseits lässt sich die Fläche auch nicht einfach wiederherstellen. „Das könnte man ausbuddeln. Aber das wären wahnsinnige Kosten“, sagt Badziura. Und zuständig ist die Stadt als Ordnungsbehörde nicht.

Ein Beschluss stand in der Sitzung am Mittwoch ohnehin nicht an, und so verständigte man sich darauf, sich die Örtlichkeiten erst einmal selbst anzuschauen.

Erster Antrag schon 2003

Das wäre allerdings nicht das erste Mal, dass sich der Fachausschuss der Kalkgrube zuwendet. Bereits 2003 war die Fläche im Gespräch, nachdem der Eigentümer einen Antrag auf Verfüllung gestellt hatte. Ergebnis war gewesen, dass das beantragte Volumen hatte modifiziert werden müssen, um den Erhalt des Grünbestandes zu sichern. Das wurde dem Eigentümer von der Verwaltung auch mitgeteilt, ebenso, dass er sich um die Gefahrenabwehr zu kümmern habe.

Von Florian Hesse

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Kommentare
31.08.2012
10:27
Garagen auf Kalkgrube geplant
von symtexx | #1

"Seltene Pflanzen und Insekten hätten sich dort ansiedeln können."
"Es stelle sich die Frage, ob man mit einer Änderung des Bebauungsplans nicht jemanden belohne, der sich um den ökologischen Wert der Fläche über Jahre nicht geschert habe."
Hätte, hätte, hätte.
WÄRE die Grube der Stadt Lüdenscheid so wertvoll gewesen HÄTTE sie sie ja als Naturschutzgebiet ausweisen können. Dann HÄTTEN die bösen, bosen Gevelndorfer wohl auch nicht so anthropogen "auf sie eingewirkt".
So, und jetzt bitte den schulmeisterlich erhobenen Zeigefinger wieder runternehmen.

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