Fracking-Gegner in der Defensive - Besorgte Zuhörer aus Neuenrade
26.06.2012 | 16:09 Uhr 2012-06-26T16:09:00+0200
Lüdenscheid/Neuenrade. „Wenn unser Trinkwasser verseucht ist, nützt die beste Versicherung nichts.“ Die Neuenrader, die zur Podiumsdiskussion zum Thema Fracking nach Lüdenscheid gekommen waren, reagierten mit bitter ernstem Zynismus. Die Erklärungen der beiden Vertreter der Firma Wintershall zur Selbstverpflichtung in Sachen Umwelt- und Klimaschutz stellte die Bürgerinitiative Stopp Fracking MK keineswegs zufrieden.
Bestätigt sahen sich Sprecherin Bettina Griesenbruch und ihre Mitstreiter indes von der Kontra-Seite auf dem Podium. Die Lüdenscheider SPD-Vertreter im Regionalrat, Wolfgang Ewald und Katja Kirmizikan, ließen die Wintershall-Vertreter Michael Blum (Projektleiter) und Pia Heugel (zuständig für Energiepolitik) mit zwei ebenso versierten Gegnern diskutieren.
Die rund 40 Zuhörer bombardierten das Podium förmlich mit Fragen wie dieser: „Warum erlaubt man die Leute zu vergiften?“ Christa Stiller-Ludwig, Leiterin der Unteren Wasserbehörde Hagen, teilt die Sorgen. Sie bezeichnete Gesetzesinitiativen, wie jene zur ‘Änderung des Bergrechts, als Laborieren an der Oberfläche. „Unsere Gesetze sind nie davon ausgegangen, dass ein Angriff auf das Grundwasser von unten ausgeht“, so Stiller-Ludwig. Wir haben nur Kriterien, darauf zu achten, was von oben rein darf und was nicht.“
Zehn Standorte im Erlaubnisfeld Ruhr, das sich von der niederländischen Grenze bis Warstein erstreckt, sind laut Projektleiter Michael Blum in der engeren Wahl. An fünf Stellen sollen Gesteinsproben aus einer Tiefe von bis zu 300 Metern entnommen werden. Die Förderung von unkonventionellem Erdgas durch Fracking sei an diesen Standorten dann nicht mehr möglich.
„Die Probebohrungen werden in den Kreisen MK, HSK und Mettmann erfolgen“, so Blum auf vehemente Nachfragen. „Wir nennen keine genauen Standorte, solange wir mit den Grundstücksbesitzern verhandeln.“
Der 2. Bundesvorsitzende des BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz), Klaus Brunsmeier, ging weiter. „Die Politik will im Moment, dass sie nichts zu sagen hat“, appellierte der Halveraner ans Publikum, weiter aktiv zu bleiben, sich aber nicht nur auf die Fracking-Gefahren zu konzentrieren.
„Wir sind schon längst in der Defensive“, skizzierte Klaus Brunsmeier den Verfahrensstand. Der eigentliche Skandal sei, dass die Abteilung VI der Bezirksregierung ganz nebenbei die Aufsuchungserlaubnis erteilt habe, noch während es ein Moratorium gebe. Weder Politik noch die Öffentlichkeit seien dabei einbezogen worden. „Von da an sind alle untergeordneten Behörden verpflichtet, über das Wie nicht mehr über das Ob abzuwägen.“
Garzweiler II lässt grüßen
„Politik darf nur auf Augenhöhe mit der Bevölkerung entscheiden“, wandte eine Besucherin ein. „Wenn Sie keine politischen Beschlüsse herbeiführen, dann läuft alles nach Recht und Gesetz, ohne, dass Sie noch eine Chance hätten“, berichtete Brunsmeier aus den Erfahrungen mit dem Braunkohle-Tagebau Garzweiler II.
08:19
.. wer vergibt die Aufsichtsrats-pöstchen und sitzt im Kreistag ?
wer genehmigt und bestellt die Aufsichtsgremien z.B. in der Regional-Verwaltung Arnsberg , in Düsseldorf ...?
... wer schweigt und geniesst , enthält sich nicht mal bei Abstimmungen ?
übrigens Infos unter :https://de.wikipedia.org/wiki/Fracking