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Feiern bei Sieg und Niederlage

28.06.2012 | 07:00 Uhr
Feiern bei Sieg und Niederlage
Fußball-Fans fiebern dem Spiel Deutschland:Italien entgegen. Im Bild von links WR-Praktikant Justin Schneider mit Deutschland-Flagge neben Sabrina Manno, Matheo Ferrara und Argiolas Gianluca vom Eiscafé Riviera. Foto: Guido Raith

Halver. „Der bessere soll gewinnen!“ – Das ist die Meinung von Gian Luca Argiolas, dem gebürtigen Italiener, der in Halver seit einigen Monaten das Eiscafé Riviera betreibt. „Mein Herz schlägt für beide Mannschaften“, antwortet er auf die Frage, wer denn seiner Meinung nach das heutige Halbfinale gewinnen wird. „Aber natürlich bin ich stolz auf Italien und drücke vielleicht mit einem Prozent mehr die Daumen. Daher tippe ich auf ein 2:0 für Italien.“

Tränen aus Stolz oder Trauer

Der Eiscafébesitzer schätzt die deutsche Mannschaft als sehr stark ein. „Sie hat viele junge und sehr selbstbewusste Spieler, aber vielleicht fehlt ihr die Erfahrung, die die italienische Mannschaft zu bieten hat“, überlegt er. „Außerdem haben die Italiener in vier Spielen mit vier verschiedenen Systemen gespielt. Das macht für Jogi Löw das heutige Spiel schlecht planbar.“

Argiolas, der früher selbst viel Fußball gespielt hat, glaubt, dass es spannend wird, wenn Mario Balotelli spielt. „Er hat einen sehr eigenwilligen Charakter. Aber wenn er den Ball richtig trifft, ist er im Tor, und dann wird es schwer für Deutschland!“ Nicht zuletzt aus diesem Grund gehört der Angreifer neben Andrea Pirlo zu Gian Luca Argiolas Lieblingsspielern. „Es reicht aber nicht, dass ein Spieler nur gut am Ball ist. Er muss vor allem ein Teamspieler sein. Und das klappt bei den Italiener so gut wie bei der deutschen Mannschaft.“

Dass die Italiener einen Nachteil darin haben, dass ihr Viertelfinale über 120 Minuten lief, glaubt Argiolas nicht. „Das sind alles Profis mit Stolz und Patriotismus. Wer in der Nationalmannschaft spielen will, der muss auch in dieser Situation 101 Prozent geben.“

Italien hat, ebenso wie Deutschland, Millionen von Amateur-National-Trainern. So wie Jogi Löws Mannschaftsaufstellung von den Fans kritisch beäugt wird, so geht es auch Cesare Prandelli. „Jeder will ihm reinreden“, weiß Argiolas. Er selbst hält sich aber mit seiner Meinung zurück. „Vielleicht würde ich Andrea Barzagli rausnehmen und dafür Giorgio Chiellini einsetzen. Der hat mehr Erfahrung“, ist sein einziger Änderungswunsch.

Zum Fußball gucken will Gian Luca Argiolas lieber allein sein. „Ich gehe da so richtig mit – und das muss ich nicht in der Öffentlichkeit. Egal ob Sieg oder Niederlage für Italien, es werden sicher auch ein paar Tränen kullern, entweder aus Stolz oder aus Trauer.“ Diese Erfahrung machte er bereits beim Elfmeterschießen im Viertelfinale. „Das hat mir fast einen Herzinfarkt beschert. Aber in Italien sagen wir immer: ‚Es gibt ja noch den da oben im Himmel. Der sorgt schon dafür, dass alles richtig wird!’“

Aber eines ist für Gian Luca Argiolas sicher. „Wer das Spiel Deutschland gegen Italien gewinnt, der wird auch Europameister!“ Ganz egal, wie das Spiel ausgeht: jeder kann es eis-technisch genießen, denn ab heute gibt es Eis in den Nationalfarben Italiens und Deutschlands.

Marion Gerdel


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