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Familienschätze in den Museen

01.08.2012 | 07:00 Uhr
Familienschätze in den Museen

Lüdenscheid.   Das Soester Auktionshaus Hessels & Vorwerk hatte am Dienstag in die Museen am Sauerfeld eingeladen. Vier Fachleute waren vor Ort, die sich mit Kunstwerken und Antiquitäten, alten Möbeln, Edelsteinen und vielem mehr auskennen.

Die Schätze sind gut verpackt. Manchmal reicht viel Zeitungspapier und eine Einkaufstasche. Vorsichtig sind sie alle. Vielleicht ist das Familienerbstück ja richtig wertvoll. Man will ja auch nicht die historische „Ming-Vase“ zertrümmern.

Das Soester Auktionshaus Hessels & Vorwerk hatte gestern in die Museen am Sauerfeld eingeladen. Vier Fachleute waren vor Ort, die sich mit Kunstwerken und Antiquitäten, alten Möbeln, Edelsteinen und vielem mehr auskennen: die Kunsthistoriker Dr. Oliver Gradel und Nicole Reitze, der Ethnologe und Sachverständige für afrikanische Kunst, Dr. Wolfgang Meyn, und der Gemmologe (Edelsteinkundler) David Hessels.

Um 11 Uhr soll es losgehen, doch vor den Museen haben sich schon Schlangen gebildet. Und man muss eine Nummer ziehen. Dabei ist alles: Porzellan und Keramiken von Vasen bis zur Geschirr, Ölgemälde und Zeichnungen, historisches Spielzeug, Schmuck, Ikonen, Skulpturen. Von den Möbeln gibt es meist nur Fotos. Wer will schon Omas Vertiko aus Eiche in die Museen schleppen?

Allerdings werden viele Möbelbesitzer gleich enttäuscht. „Die Preise sind in den letzten Jahren dramatisch gesunken“, erzählt Dr. Wolfgang Meyn.

Die Hoffnung, dass vielleicht etwas Wertvolles seit Jahren auf dem Dachboden, im Keller oder in den Schränken lag, liegt in der Luft. Doch der Markt ist hart, selten findet sich noch ein Schätzchen.

Natürlich kennen sich die Experten aus, aber sie verfügen auch über Vergleichsdaten. Die Preise, die bei Auktionen in den letzten zehn Jahren in den verschiedenen Häusern erzielt wurden, sind als Mittelwert die Basis.

Bei Gold und Silber zählt oft nur der Materialwert, bedauert Dr. Meyn. „Da hat man ein schönes Besteck aus Silber im Jugendstil. Ein Händler kauft es und schmilzt es ein. So geht Kultur verloren.“

Doch es gibt auch wirklich erstaunliche Geschichten – und eine davon beginnt in Lüdenscheid bei der letzten Veranstaltung des Soester Auktionshauses, erinnert sich Dr. Meyn. Eine ältere Dame hatte ein Trinkgefäß mitgebracht. Ursprünglich war es aus Russland nach Lüdenscheid gekommen. Das 20 Zentimeter große Gefäß aus Silber ist mit floralen Elementen verziert. An der Vorderseite sind zwei Ritter zu sehen. Zuerst taxierten die Experten den Wert bei 400 Euro. In Soest ging man der Sache dann aber genauer nach. Dabei zeigte sich: Das Gefäß wurde etwa zwischen 1908 und 1916 geschaffen – von einem Silberschmied, der auch für den russischen Zaren gearbeitet hat. Im Frühjahr wurde der „Kowsch“, wie er auch heißt, versteigert. Ein Händler aus Russland bekam bei 17 500 Euro den Zuschlag. Dr. Meyn: „Der hatte aber schon einen Käufer für das Gefäß.“ Wie immer eine Frage von Angebot und Nachfrage.

Ein Ölbild mit Sonnenblumen wird seinem jetzigen Besitzer nicht so eine große Freude machen. „Sie können ja versuchen, es bei Ebay zu verkaufen.“ Das ist deutlich.

Susanne Illhardt


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