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Torben Zilles aus Schalksmühle gewann den Freestyle...

„Es hat schon Überwindung gekostet”

30.06.2008 | 17:53 Uhr
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„Es hat schon Überwindung gekostet”

Halver/Schalksmühle. Wer gern Snowboard fährt, guckt im Sommer in die Röhre. Die Hänge sind da, die Lifte vorhanden – aber auf der grünen Wiese rutscht es nunmal nicht. Es sei denn man verändert es leicht.

Ein Board mit Luftreifen ist zwar nicht ganz dasselbe – aber die Anhänger des sogenannten Mountainboardings – wie Torben Zilles aus Schalksmühle – schwärmen vom besonderen Adrenalin-Kick.

„Als ich das erste Mal gefahren bin, dachte ich nur 'Boah, das ist es!'”, erzählt Torben, der schon zahlreiche Meistertitel absahnte. Erst in der vergangenen Woche siegte der 16-Jährige beim Freestyle Deutschland Cup 2008 in Bischofsheim.  Aber Mountainboarding ist anders als Snowboarden, erklärt Torben. „Das Mountainboard ist viel schneller und auch schwieriger zu lenken. Am Anfang ist es schon ein komisches Gefühl, auf dem Brett zu stehen.”

Mittels Rampe geht es in die Luft 

 Außerdem geht es beim Mountainboarding nicht nur um die Abfahrt: Mittels Rampe sind Sprünge, Drehungen, Salti, Schrauben und Co. möglich. Natürlich haben die jeweiligen Sprünge auch besondere Namen: „Oneeigthies” (180° Drehsprung), Threesixties (360° Drehung), Grabs und Co. Da dauert es schon eine Zeit, bis man im Fachchinesisch den Durchblick bekommt.  Und dann heißt es üben, üben, üben, bis man die in der Theorie schon kompliziert klingenden Sprünge in die Praxis umsetzen kann. Wenn man dann den Dreh – im wahrsten Sinne des Wortes – einmal raus hat, gibt es schnell einen neuen Lieblingssprung. Bei Torben Zilles ist dies der „Threesixties” – ein Sprung mit ganzer Drehung. „Das war für mich die bisher größte Überwindung”, gibt Torben, der im Jahr 2006 der Titel bei den Deutschen Meisterschaften im „Downhill, BoarderX und Freestyle” holte, offen zu. „Man verletzt sich zwar in der Regel nicht, aber wenn man auf den Kopf fliegt, ist das nicht so toll.” Im Frühjahr stand er den Sprung zum ersten Mal.  In Bischofsheim zeigte Torben aber den „tweated backside indygrap” sowie den „tweaked Method Air”. Bei diesem Sprung greift Torben in der Luft mit der linken Hand hinter den Körper und fasst das Board hinter dem vorderen Fuß an der Rückseite an. Dabei biegt er seinen Körper zu einem Bogen und öffnet sich erst kurz vor der Landung wieder. „Es kommt beim Grap aber nicht darauf an, wahllos irgendwo hinzupatschen, man muss schon einen genauen Punkt berühren”, erklärt Torben die Schwierigkeit.  Für neue Sprünge holt Torben seine Anregungen aus Filmen. „Die Engländer haben es richtig raus”, weiß er. „Wenn man das gesehen hat, übt man es solange, bis man es selbst kann – und dann kann man die Sprünge noch verfeinern. Ein Bein strecken, eins anwinkeln, die Armhaltung abstimmen, damit man nicht einfach so rumwedelt.”  Um die schwierigen Sprünge zu können, muss man schon lange üben. „Bei mir hat das sechs Jahre gedauert”, erklärt Torben, aber er motiviert alle, das Mountainboarding selbst auszuprobieren. „Ich trainiere alle vierzehn Tage – das ist nicht viel. Und für einen Sprung braucht man vielleicht nur einen Tag, bis man ihn beherrscht. Und körperlich fit und durchtrainiert bin ich auch nicht”, gesteht er lachend.  Wichtiger ist für Torben der Spaß an seinem Sport, in dem er voll aufgeht. „Natürlich hab ich Fußball oder Handball gespielt, also Mannschaftssportarten, aber da war ich nie wirklich glücklich. Meine Mama las dann in der Zeitung vom Mountainboarding und schickte mich dahin. Und dann wusste ich, dass das mein Ding war.”

Stephanie Tatenhorst

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