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Ein Politiker zum Anfassen – Klaus Tweer ist tot

09.06.2012 | 21:00 Uhr
Ein Politiker zum Anfassen – Klaus Tweer ist tot
Klaus Tweer, ehemaliger Landrat MK und Bürgermeister Halver

Halver. Klaus Tweer ist tot. Er verstarb am Abend des Fronleichnamstages, viel zu früh im Alter von nur 70 Jahren. Die Nachricht traf Halver wie ein Schock. Tweer war der wohl bekannteste und einflussreichste Politiker weit über Halvers Grenzen hinaus. Er hinterlässt Tochter und Sohn mit Familien und seine Lebensgefährtin. Ihnen besonders gilt unser Mitgefühl.

Seinen 70. Geburtstag Ende Januar wollte er nicht feiern. Es ging ihm nicht gut. „Wird aber nachgeholt, versprochen“, zeigte er sich optimistisch. Aber er konnte den Kampf gegen die tückische Krankheit nicht gewinnen.

Rasanter Aufstieg

36 Jahre lang war Klaus Tweer politisch aktiv, hat das Leben in Halver mitgeprägt. Sein Vater wollte erst seinen Segen nicht geben. Er hatte mit ansehen müssen, wie Politik die Welt in eine Katastrophe führte. Das prägt.

Der Aufstieg seines Sohnes verlief rasant. Ratsmandat 1969, sofort stellvertretender Fraktionsvorsitzender der SPD, 1972 Fraktionschef, von 1974 bis 1979 und von 1984 bis 1994 Bürgermeister der Stadt, von 1994 bis Mitte 1997 ehrenamtlicher Landrat des Märkischen Kreises, danach bis 1999 erster hauptamtlicher Landrat. Sein Einfluss reichte bis in die Düsseldorfer Landesregierung, in die Bezirksregierung Arnsberg (er war SPD-Fraktionschef im mächtigen Bezirksplanungsrat) und in die Landschaftsversammlung Münster.

Viele hohe Auszeichnungen

Das Wichtigste aber: Klaus Tweer ist sich immer treu geblieben, war immer ein ehrlicher Anwalt der Bürger, geradlinig, verlässlich, hilfsbereit. Er war gesellig, überall beliebt. Ein Kumpel, ein Politiker zum Anfassen. Das haben auch seine politischen Gegner stets neidlos anerkannt. Der gelernte Werkzeugmachermeister züchtete Kaninchen, Esel, Schafe, sang mit beim MGV Oeckinghausen, engagierte sich bei der Feuerwehr. Es war diese Bodenständigkeit, die Halvers Bürger an ihm schätzten.

Für seine Verdienste wurde Klaus Tweer hoch dekoriert. Mit dem Bundesverdienstkreuz zum Beispiel oder dem Ehrenring der Stadt Halver und der Verdienstmedaille der Sparkassenorganisation. In einer Ecke in seinem Wohnzimmer in Heesfeld hatte er all die Ehrenurkunden an die Wand genagelt. Darunter ein Schrank mit Fotoalben. Erinnerungen an Treffen mit politischen Größen nicht nur aus Nordrhein-Westfalen.

„Ich habe keine Erfolge vorzuweisen“, lachte er schelmisch im Interview der Westfälischen Rundschau anlässlich seines 70. Geburtstags. „Die haben andere für sich reklamiert.“ Dann zählte er aber doch auf, worauf er stolz war, was er maßgeblich beeinflusst hatte.

Stadt ist ärmer geworden

Den Bau der Umgehungsstraße zum Beispiel, den Straßenausbau durchs Hälvertal von Oeckinghausen bis Schalksmühle oder den Bau der Tennisplätze auf der Susannenhöhe. Die Aufzählung ließe sich fortsetzen.

Halver trauert. Es wird ärmer sein in der Stadt ohne dieses politische Urgestein, ohne diesen besonderen Menschen Klaus Tweer. Und viele haben einen guten Freund verloren.

Rolf KämmererE



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