„Du hast Spuren hinterlassen“
29.06.2012 | 18:36 Uhr 2012-06-29T18:36:00+0200
Lüdenscheid. „Du hast Spuren hinterlassen.“ Im Kreis von Kollegen und Freunden nahm Martin Nieswandt, der Lüdenscheid bekanntlich Richtung Emsland verlässt (WR berichtete), am Donnerstag Abschied von der Musikschule. „Ein Neuanfang hat immer auch etwas mit Abschied zu tun“, erklärte Musikschulleiter Franz Schulte-Huermann, der seinen langjährigen Stellvertreter mit warmen Worten verabschiedete. Errungenschaften wie das Team-Teaching, die Streicherklassen, das Fiddle-Ensemble, das mittlerweile selbständig agiert, den Musikschulkalender und anderes mehr wies er als Spuren, die Nieswandt an der Musikschule hinterlassen hat, aus.
Neue Stelle wie ein Lottogewinn
Aus einer losen Bekanntschaft vor mittlerweile 22 Jahren – damals engagierten sich beide als Dozenten beim MJO – sei eine gute Freundschaft entstanden. Es habe ihn nichts von Lüdenscheid weggetrieben, erklärte Nieswandt sichtlich bewegt. Indes fasziniere es ihn, „so tolle Gebilde wie eine Musikschule wieder mit Spuren zu versehen.“ Die Zeit in Lüdenscheid sei „ein Teil, den ich nicht missen möchte und sehr, sehr hoch in Ehren halte.“ Nicht nehmen ließ es sich Bürgermeister Dieter Dzewas, Nieswandt gute Wünsche mit auf den Weg zu geben. „Lüdenscheid wird Sie in bester Erinnerung behalten“, lobte er. Im Emsland übernimmt Nieswandt in leitender Position eine gut aufgestellte Musikschule, zu der 19 Städte und Gemeinden gehören. 7 800 Schülerinnen und Schüler vereint die dortige Einrichtung, an der der Lüdenscheider ab 1. Juli als Leiter wirkt, an verschiedenen Standorten. Dezentraler als in der Bergstadt wird sich seine Arbeit im Norden gestalten. Auf die neue Herausforderung, die auf ihn zukommt, freut er sich sehr. In Lüdenscheid kennt er „jetzt jeden Winkel der Musikschule.“
Dass ihn die neue Stelle, der ein knapp einjähriges Bewerbungsverfahren vorausging, Richtung Norden führt, kommt Nieswandt bei aller Wehmut, die im Abschied mitschwingt, gelegen. „Das ist die richtige Himmelsrichtung“, so der begeisterte Segler im Gespräch. „Wenn schon hier weg, dann Richtung Norden.“ Mit den „Nordländern“ und ihrer geradlinigen Art kommt er gut zurecht. „Das ist mir nahe.“ In Meppen, der Kreisstadt des Landkreises Emsland, wird er seine Zelte aufschlagen.
Für ihn selbst hat die Stelle im Emsland „schon etwas von einem Lottogewinn.“ Nach zehnjähriger Arbeit im Leitungsteam der Musikschule wusste er „schon seit längerer Zeit, dass es mir in den Fingern juckt.“ Allerdings wollte er keinen Wechsel um jeden Preis.
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