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Metalldiebe

Dreiste Metalldiebe machen nicht mal vor Kirchen-Glocke halt

11.11.2012 | 17:44 Uhr
Dreiste Metalldiebe machen nicht mal vor Kirchen-Glocke halt
Kirchenglocken sind schwer zu erreichen – aber inzwischen schon begehrtes Diebes-Gut.Foto: Henryk Brock

Halver/Groß Ridsenow.   Die Metalldiebe werden immer dreister. Selbst Kirchenglocken sind vor ihnen nicht mehr sicher. In Halver im Märkischen Kreis schraubten Unbekannte die Glocke von einem Stahlträger ab und hievten die 36 Kilogramm schwere Beute davon. Diesmal gelang ihnen der Coup in einem Kirchturm. Wann sich die Tat ereignete, wissen selbst die Bestohlenen nicht so genau.

Die Diebe kamen durch ein Holztor, und als sie gingen, war der Friedhof seiner wertvollen Glocke beraubt. „Es gibt Menschen, denen nichts heilig ist“, klagt Pastor Thomas Kretschmann. Die Kirchengemeinde Laage in Mecklenburg-Vorpommern war bis vergangenen Freitag das jüngste Opfer dreister Metalldiebe, die nach Dachrinnen, Blitzableitern und sogar Bahngleisen offensichtlich ein neues Objekt der Begierde ausgemacht haben: Kirchenglocken.

Doch dann schlugen Diebe – wie erst jetzt bekannt wurde – in Halver im Märkischen Kreis zu, schraubten die Glocke von einem Stahlträger ab und hievten die 36 Kilogramm schwere Beute davon. Diesmal gelang ihnen der Coup in einem Kirchturm. Wann sich die Tat ereignete, wissen selbst die Bestohlenen nicht so genau. Irgendwann zwischen Anfang August und Anfang September. Der Kirchturm muss offensichtlich verwaist gewesen sein – und fiel damit haargenau in das Beuteschema der Metalldiebe. Mehr ist nicht bekannt.

Nur einer von zahlreichen Fällen mit Metalldieben

Dies ist eine von zuletzt haufenweise Fällen: In Hoogstede (Niedersachsen), in Drübeck (Sachsen-Anhalt), in Jößnitz und Aue (Sachsen) sowie im schweizerischen Wynau – überall kamen im vergangenen Monat Glocken abhanden. Deshalb hat das Deutsche Glockenmuseum im westfälischen Gescher nun Alarm geschlagen: Kirchen, passt auf eure Glocken auf! „Wir wollen warnen, bevor die Masche Schule macht“, sagt Jan Hendrik Stens aus dem Vorstand des Glockenmuseums. Dieben gehe es dabei nämlich ausschließlich um den Rohstoffpreis, und der steige immer stärker, so Stens.

Polizei-Chronik
Die fünf skurrilsten Metalldiebstähle

Nicht nur Kirchenglocken werden abmontiert und gestohlen, in Bosnien hat ein Schrotthändler eine ganze Eisenbahnbrücke zerlegt. Die fünf skurrilsten Metalldiebstähle gibt's hier.

Die Zahlen sprechen für diese These: Während das Kilogramm Kupfer vor zehn Jahren noch 3,20 Euro einbrachte, sind es heute schon 5,20 Euro. Auch deshalb haben sich die Metalldiebstähle grundsätzlich in den vergangenen drei Jahren mehr als verdoppelt – von 626 auf 1425 Fälle im ersten Halbjahr. Jetzt also Glocken. Und schwere noch hinzu.

Es ist Juni, als Unbekannte zum ersten Mal versuchen, die 600 Kilo schwere bronzene Glocke zu stehlen. Der Versuch misslingt, warum auch immer. Die Gemeinde beauftragt daraufhin einen Gutachter und lässt die 600 Jahre alte Friedhofsglocke in ihrem frei stehenden Glockenstuhl fixieren. Im Gutachten wird später stehen: Diese Glocke ist eine der bedeutendsten in Mecklenburg-Vorpommern. Ihr Wert läge bei etwa 20.000 Euro. Der Sachverständige riet deshalb, die Glocke vom nicht mehr genutzten Friedhof in die Kirche zu verlegen. Als der Kirchenrat dem Vorschlag ein paar Wochen später zustimmt, war das jahrhundertealte Kulturgut vermutlich schon längst weg.

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Kommentare
12.11.2012
21:15
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Name von Moderation entfernt | #13

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12.11.2012
19:04
Dreiste Metalldiebe machen nicht mal vor Kirchen-Glocke halt
von tomatenkiller_neo | #12

Und wenn sie Pech haben, führt die Leitung auch noch Strom :-))

1 Antwort
Dreiste Metalldiebe machen nicht mal vor Kirchen-Glocke halt
von scouti | #12-1

Dann ist die Wiederholungsgefahr aber geringer ...

12.11.2012
18:54
Dreiste Metalldiebe machen nicht mal vor Kirchen-Glocke halt
von scouti | #11

Je nach Kirche oder Lage wird das erst beim nächste Läuten auffallen anderen erst zur Weihnachtszeit, wenn es wirklich eine "Stille Nacht" ist.

Ein Aufenthalt in der JVA dürfte für einige Metalldiebe wie ein Aufenthalt im Hotel sein. Diese stehlen nicht umsonst oder werden hierzu von Hinterleuten angeleitet oder gezwungen.

12.11.2012
18:20
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Name von Moderation entfernt | #10

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12.11.2012
17:15
Dreiste Metalldiebe machen nicht mal vor Kirchen-Glocke halt
von dieterborussia | #9

Ich wohne direkt neben einer Kirche.
Diebe, bitte kommen !!!

1 Antwort
Dreiste Metalldiebe machen nicht mal vor Kirchen-Glocke halt
von scouti | #9-1

Was gibt es denn bei dieterborussia zu holen, oder war das eine Aufforderung zum Einbruchsdiebstahl in einer Kirche?

12.11.2012
16:51
Dreiste Metalldiebe machen nicht mal vor Kirchen-Glocke halt
von Pucky2 | #8

@ #2 na sagen sie mal ihr Sprüchlein jemandem, dem ein Grab eines Angehörigen zerfleddert wurde.

Das Ganze ist widerlich!

Die Metallhändler sind Hehler, aber bestrafen will sie scheinbar niemand

12.11.2012
16:13
Dreiste Metalldiebe machen nicht mal vor Kirchen-Glocke halt
von marosch | #7

Wie kann es sein, dass Schrotthändler offensichtlich gestohlene Gegenstände wie z.B Glocken, Statuen und Gleise annehmen und vergüten dürfen??

Das könnte/MÜSSTE doch gesetzlich geregelt werden!

Da braucht man sich nicht zu wundern, dass diese Diebstähle so rasant zunehmen!

1 Antwort
Dreiste Metalldiebe machen nicht mal vor Kirchen-Glocke halt
von RennYuppieRenn | #7-1

Träumen Sie weiter, wenn sie glauben, dass ein deutscher Schrotthändler die Glocke sähe.

12.11.2012
15:28
Dreiste Metalldiebe machen nicht mal vor Kirchen-Glocke halt
von kleane | #6

1 Kg bringt 5,20 €, das sind bei 36 kg 187,20 €. Das steht doch in keinem Verhältnis zu dem Aufwand eine Glocke abzumontieren und weg zu schleppen. mmmhhhh

Stimmt da beim Preis etwas nicht oder denke ich falsch??

1 Antwort
Dreiste Metalldiebe machen nicht mal vor Kirchen-Glocke halt
von RennYuppieRenn | #6-1

Woanders (Südosteuropa) ist das noch viel Geld.

12.11.2012
15:24
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Name von Moderation entfernt | #5

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12.11.2012
14:54
Dreiste Metalldiebe machen nicht mal vor Kirchen-Glocke halt
von Schneewittchen68 | #4

@ BassBariton 1-2: Leider bringt unsere "Kuscheljustiz" auch nichts. Nach der Lesart, dass härtere Strafen nicht abschrecken, müssten bei unserer laschen Bestrafung die Straftaten ja zurückgehen. Dem ist aber leider nicht so. Wenn man sich jedoch die Kriminalitätsrate von Ländern ansieht, die sehr rigide Gesetze haben (VAE, Singapur), stellt man fest, dass in diesen Ländern die Rate recht niedrig ist. Also nicht immer nur die USA angeben, sondern den Blick auch auf andere Länder richten.

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