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„Carpe Diem“ – Tödlicher Konflikt

12.05.2011 | 22:00 Uhr
„Carpe Diem“ – Tödlicher Konflikt
Tradition, Ehre, Disziplin und Spitzenleistung sind Werte, mit denen die Schülerinnen und Schüler am Gymnasium Hellental (genannt „Höllental“) – am Mittwochabend im Kulturhaus Schauplatz des BGL-Stücks „Carpe Diem“ – aufwachsen.

Lüdenscheid. Tradition, Ehre, Disziplin und Spitzenleistung sind Werte, mit denen die Schülerinnen und Schüler am Gymnasium Hellental (genannt „Höllental“) – am Mittwochabend im Kulturhaus Schauplatz des BGL-Stücks „Carpe Diem“ – aufwachsen. Unorthodoxe Lehrmethoden, freies Denken und Selbstbestimmung passen in diesen engen Rahmen nicht hinein.

Nach dem Selbstmord eines Schülers, der trotz ausdrücklichem elterlichen Verbot in der Theater-AG mitwirkt, ist der Schuldige an der Tragödie in dem unkonventionellen Lehrer Dr. Kiefer (David Pompe) und seinem Motto „Carpe Diem“ (Nutze den Tag) rasch gefunden. Als er (für schuldig befunden) entlassen wird, demonstriert sein Lyrikkurs allen Einschüchterungsmaßnahmen zum Trotz für seine Einstellungen.

Tolle Leistung
des Ensembles

Frei nach dem Film „Der Club der toten Dichter“ inszenierte das Bretterhaus-Ensemble des Bergstadt Gymnasiums am Mittwoch und gestern sein nachdenkliches, traurig endendes Stück. Viel Lokalkolorit barg die von Helga Bothe eigens für die Theater-AG der Schule geschriebene Textfassung der berühmten Vorlage, die 1989 mit Robin Williams in der Hauptrolle in die Kinos kam.

Unter Regie von Julia Pütz und Cornelia Meißner arbeitete das große, ambitionierte Ensemble den Konflikt zwischen einer Erziehung, die auf Karriere und Lebensbewältigung zielt, und dem Recht auf geistige Freiheit und Selbstbestimmung eindrucksvoll heraus. Für den theaterbegeisterten Nils Pertschi alias Till Sanders, der mit dem Puck aus Shakespeares „Sommernachtstraum“ die Rolle seines Lebens bekam, endete dieser Konflikt tödlich.

Drei Schauplätze – Klassenzimmer, Pausenhof und Höhle unterhalb der Homert als heimlicher Treffpunkt des Clubs der toten Dichter – vereinte das Bühnenbild, vor dem das Stück spielte. Das Schullogo, das auf Shirts und Hemden prangte, verlieh den Outfits einen Hauch von Schuluniform und verwies auf die Werte, denen sich die Schule verpflichtet fühlte.

Mit seinen unkonventionellen Erziehungsmethoden eckte Dr. Kiefer, eindrucksvoll von David Pompe verkörpert, auf Anhieb bei der gestrengen Schulleiterin Frau Nolte (Johanna Giraud) und Stufenleiterin Frau Alster (Vicy Grewe) an. Seine Schüler indes begeisterte er dermaßen für Poesie und Lyrik, dass sie den geheimen Club der toten Dichter wiederbelebten und der künstlerischen Muße in ihrem Leben einen Platz einräumten.

Aus dem Leben gegriffen, charakterlich grundverschieden wirkte die Klassengemeinschaft (tolle Ensembleleistung), die Kiefers Lehren verinnerlichte. Kristina Turck, Gavin Kämper, Niclas Grewe, Lena Lauterjung und Linda Klee gehörten dazu. In seinem Wunsch, Schauspieler zu werden, sah sich Nils durch den unkonventionellen Lehrer bestärkt. Heimlich lehnte er sich gegen das strikte Theaterverbot seines Vaters (Dennis Krzeminski) auf und geriet – als der dahinter kam – in eine fatale, schier ausweglose Situation.

Sorge und Angst, der Sohn könne sich die angestrebte Karriere als Mediziner verbauen, bestimmten das Handeln des Vaters.

Monika Salzmann



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