Breitwegerich als perfektes Indianer-Pflaster
16.08.2011 | 10:00 Uhr 2011-08-16T10:00:00+0200
Halver. Echte Naturfreunde haben offenbar auch in hiesiger Umgebung die Hoffnung auf einen „richtigen Hochsommer“ mit strahlendem Sonnenschein und blühenden Wildkräutern am Wegesrand noch nicht aufgegeben.
Das zeigte der Workshop „Wildkräuter im Hochsommer“ unter der Leitung von Kräuterhexe Karola Wolff.
Die ausgebildete Kiersper Kräuterpädagogin informiert auf Einladung des Schaugartens Gartenlust in Altemühle regelmäßig über Themen rund um Kräuter. Einige Vorkenntnisse brachte jede der mehr als zehn Teilnehmerinnen mit, die sich buchstäblich auf den Weg in Altemühle machten. Giersch, Breitwegerich oder Wiesenbärenklau als Unkraut zu bezeichnen, wäre ihnen nicht in den Sinn gekommen. Wolff richtete das Augenmerk ihrer Begleiterinnen auf die Blatt- und Blütenstruktur der verschiedenen Pflanzen und sprach ihre Verwendungsmöglichkeiten in der Medizin und in der Küche an. „Kräuter aus der Drogerie oder Apotheke enthalten allerdings mehr Wirkstoff als die Pflanzen am Wegesrand“, stellte sie klar.
Wiesenbärenklau und Riesenbärenklau
Gut zu wissen, gegen welches Zipperlein welches Kraut gewachsen ist, dachten sich offenbar einige Zuhörerinnen und machten sich eifrig Notizen. „Ist diese Pflanze nicht giftig?“, erkundigte sich eine Teilnehmerin mit Blick auf eine Pflanze, die leicht verwechselt wird: Der Wiesenbärenklau ist eine heimische Pflanze, deren Saft nicht annähernd so gefährliche allergische Reaktionen auslöst, wie der des großen Verwandten, des Riesenbärenklau. Wer jetzt im Sommer Wildkräuter sammelt, sie zum Beispiel kopfüber auf dem Dachboden trocknet, hat im Winter schmackhaften, gesunden Tee. „Blüten und Früchte sollte man auf einem Tuch trocknen, damit sie ihre Farbe behalten“, riet Wolff. Von der Methode, Kräuter bei niedriger Temperatur im Backofen zu trocknen, hielt sie wenig. Mit einer Ausnahme: „Wenn Sie Himbeerpflanzen bei 40 Grad im Ofen trocknen, zieht ein herrlicher Duft durchs Haus“, schwärmte sie.
Blüten als Farbtupfer im Salat
„In der Natur lockert Vogelknöterich ebenso wie der Löwenzahn den Boden auf“, erklärte sie. Als Tee putze er die Bronchien. Wer sich beim Spaziergang eine kleine Verletzung oder einen Insektenstich zuzieht, kann sich mit einem Indianer-Pflaster helfen. „Rollen Sie ein Breitwegerichblatt über die Wunde und der Schmerz lässt sofort nach“, versprach Wolff. Breitwegerichtee vertreibt Husten. Die Blüten der Heilpflanze schmecken als Farbtupfer in Salat. In Butter gedünstet verglich die Referentin sie mit Champignons. Phlox-, Taglilien- und Nachtkerzenblüten empfahl sie als Salatdekoration. „Phlox sieht auch auf der Quarkspeise toll aus!“. Die Mädesüss-Blüte schmeckt nach Marzipan und gibt Gelee oder Sekt eine wohlschmeckende Note. Im September gibt es neue Führungen. Infos dazu per eMail unter kontakt@das-loewenzaehnchen.de.
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