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Pils-Kölsch-Grenze

Besuch in Anschlag gehört zum Pflichtprogramm

03.06.2012 | 14:51 Uhr
Besuch in Anschlag gehört  zum Pflichtprogramm
Das Waldfreibad Herpine gehört zu den 11 Orten im Sauerland, die man gesehen haben sollte.Foto: Maike Rellecke

Halver. Die Pils-Kölsch-Grenze von Anschlag ist ein Ausflug-Tipp, den Christina Kuhn und Kathrin Höller den Lesern ihres Buchs „111 Orte, die man in Südwestfalen gesehen haben muss“ ans Herz legen. Weil Touristen in Anschlag auch den Schwarzpulver-Gedenkstein vorfinden, empfiehlt sich eine Wanderung durch den Ortsteil. Idealer Tagesabschluss: Ein Ausflug in die Herpine.

Zickzackwandern entlang der historischen Grenze der Grafschaften Mark und Berg, Westfalen und Rheinland, Märkischem und Oberbergischem Kreis – ein Erlebnis für die Sinne. Nicht nur wegen der Naturkulisse ist der Gang lohnenswert. Der Mensch sollte ebenfalls im Mittelpunkt eines solchen Ausflugs stehen. Unweit der Grenze gibt es schließlich eine rheinische Begrüßung, echtes Kölsch und Wegkreuze, die die katholische Prägung der Region betonen. Entsprechend lohnenswert ist ein Besuch zur Karnevalszeit: Einmal über die Grenze gehüpft, ist ein rheinisches Festvergnügen nicht mehr weit. Unscheinbar, aber bemerkenswert ist der Grenzstein Abzweig Anschlag in Richtung Wipperfürth. Den Autorinnen der „111 Orte“ ist aufgefallen, dass sich der Straßenbelag an dieser Stelle merklich verändert.

Nahm vielleicht der Fuhrmann, der am 8. September 1719 in Anschlag unterwegs war, vielleicht auch diesen Weg? Geladen hatte er eine Ladung Schwarzpulver, das sich unglücklicherweise im bergisch-märkischen Grenzgebiet entzündete und Fuhrmann Johanes von der Hofen in den Tod riss. Auch ein Blitzschlag wird bis heute als Ursache der Explosion vermutet. Der Schwarzpulver-Gedenkstein am Rundwanderweg H jedenfalls erinnert bis heute an den „erbermlichen Dohd“, den Johanes von der Hofe sterben musste. Hintergründe zur Herstellung und erfahren Touristen und Einheimische im kleinen Pulvermuseum in Wipperfürth-Ohl.

Letzte Station eines schönen Wandertages sollte laut Christina Kuhn und Kathrin Höller das artenreiche Feuchtgebiet rund um die Herpine sein. Die Autorinnen erinnern an die Schwäne „Halvara“ und „Halwinchen“, deren Nachfahren auf dem angrenzenden Teich schwimmen.

Vom weichen Waldboden in luftige Höhen zu steigen ermöglicht der Hochseilgarten. Krönender Abschluss: Ein Sprung ins kühle Nass des Riesenbeckens.

Ina Hornemann

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