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Massenschlägerei

Zuschauer schlug Spieler mit Bierflasche

06.10.2009 | 12:20 Uhr
Zuschauer schlug Spieler mit Bierflasche

Hofolpe. Bei der Massenschlägerei kurz nach dem Abpfiff eines Fußballspiels im Sauerland ist immer noch nicht klar, warum es zu der Auseinandersetzung kam, bei der fünf Menschen verletzt wurden. Der Vorsitzende von Vatanspor erhebt nun schwere Vorwürfe gegen den SSV Hofolpe.

Ein Großaufgebot der Polizei aus sieben Streifenwagen-Besatzungen und einem Hundeführer musste eingesetzt werden, um die Prügelei zwischen Spielern und Zuschauern des SSV Hofolpe und Vatanspor Meggen in der Kreisliga D1 zu beenden. Zwei Notarztwagen waren ebenfalls im Einsatz, um die fünf  Verletzten zu versorgen. Es gab „blaue Augen”, Platzwunden und Schnittverletzungen, zwei der fünf Verletzten wurden ins Krankenhaus zur ambulanten Behandlung gebracht, so Polizeisprecher Matthias Giese.

Der Ort des Geschehens: In Hofolpe wurden bei einer Massenschlägerei nach einem Fußballspiel fünf Menschen verletzt.

Wer den Streit vom Zaun gebrochen hat, konnte bislang noch nicht abschließend geklärt werden. Gleich mehrere Anrufer hätten die Massenschlägerei gegen 16.45 Uhr bei der Leitstelle gemeldet. Beim Eintreffen der Streifenwagen war die Lage unklar. Zum Teil seien Beteiligte bereits weggefahren. Die Ermittlungen wegen „gefährlicher Körperverletzung” dauern noch an. Die Polizei will in den nächsten Wochen weitere Beteiligte vernehmen.

Keine Stellungnahme des SSV Hofolpe

Der SSV Hofolpe wollte sich auf Anfrage unserer Zeitung nicht zum Geschehen äußern: „Wir haben am Sonntag im Vorstand beschlossen, zu den Ereignissen nichts zu sagen”, so der SSV-Vorsitzende Reinhard König.

Auskunftsfreudiger war der Vatanspor-Vorsitzende Tamer Kilic: „Unser Verein existiert jetzt seit zehn Jahren, aber so etwas habe ich noch nie erlebt.” Laut Kilic sei die Situation kurz vor Spielschluss eskaliert. „Beim Stand von 2:1 für Hofolpe hat der Torschütze gejubelt. Das ist in Ordnung. Ein anderer Hofolper Spieler hat aber eine unserer Spielerfrauen beleidigt”, so Kilic weiter. Den Wortlaut wolle er lieber nicht wiedergeben.

Schiedsrichter vernünftig gepfiffen

Nach dem Spiel habe der Ehemann der Zuschauerin den Hofolper Spieler zur Rede stellen wollen. „Dabei hat sich eine Schlägerei entwickelt”, berichtet Kilic. „Zuschauer mit Flaschen in der Hand haben sich eingemischt und unsere Spieler bedroht.” Ein Hofolper Spieler habe dann die Gäste provoziert. „Es wurden Parolen gegen Ausländer gerufen.” Kilic habe seinem Spieler geraten, er solle abhauen, aber „im Gemenge hat er dann richtig einen gekriegt.”

Ein Zuschauer habe einem Vatanspor-Spieler eine Flasche auf den Hinterkopf geschlagen. „Er musste ins Krankenhaus Altenhundem eingeliefert werden. Was er genau hat, weiß ich noch nicht”, so Kilic. Er bezeichnete die Ereignisse als „Schweinerei”.

Vorwurf gegen SSV: Fehlende Ordner

Christian Panucci (AS Rom) bezieht mit einem T-Shirt Stellung gegen Gewalt. In Deutschland verlagern sich Schlägereien mehr und mehr in die Amateurszene. (Foto: imago)

Vorwürfe macht der Vorsitzende von Vatanspor den Verantwortlichen des SSV Hofolpe. „Da war überhaupt kein Ordner. Gar nichts”. Seine Spieler hätten Hofolpe fluchtartig verlassen. Kilic: „Sie haben nicht geduscht, sondern haben nur ihre Sachen gepackt und sind dann losgefahren.”

Ausdrücklich lobte Kilic Schiedrichter Wilhelm Jäkel vom FC Lennestadt: „Er hat vernünftig gepfiffen. Was will er machen?” Jäkel war für unsere Zeitung nicht zu erreichen.

Wie geht es jetzt weiter? „Es wird wohl eine Anzeige von unserem Spieler geben, der ins Krankenhaus musste. Ob und was der Schiedsrichter aufgeschrieben hat, weiß ich nicht”, so der Vatanspor-Vorsitzende Tamer Kilic abschließend.

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Michael Meckel und Lars-Peter Dickel

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