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Soziales

Wer allein lebt, muss nicht einsam sein

05.02.2012 | 16:18 Uhr
Wer allein lebt, muss nicht einsam sein
Das Treff-Café alleinlebender Frauen und Männer findet alle 14 Tage dienstags statt

Lennestadt. Und plötzlich stand ich allein da“ - Oft haben die Mitarbeiterinnen des Hannah-Servicebüros im Lennestädter Rathaus diesen Satz schon gehört. Der Tod des Ehepartners, Trennung oder Scheidung - es gibt viele Gründe, warum Menschen allein leben.

Bei vielen allerdings wird aus dem anfänglichen und ungewohnten „Alleinsein“ ein Gefühl der Einsamkeit, was nicht selten eine komplette Isolation zur Folge hat. Diese Mauer aus Einsamkeit und Isolation zu durchbrechen, ist oft nicht einfach, aber eigentlich ganz leicht.

Szenenwechsel. Dienstagabend, 18 Uhr, im Treffpunkt des St.Georg-Hauses (ehem. Tobürenhaus) in Altenhundem. Wie alle 14 Tage steht heute wieder das Treffcafe für Alleinlebende auf dem Terminplan etlicher Damen (und hin und wieder auch Herren).

Die Neuigkeiten werden schon vor der Tür munter ausgetauscht, Würstchen, Käse und Brot geschnitten, der Tisch wird gedeckt. Und alle haben hier eines gemeinsam – sie leben alleine.

„Das Treff-Cafe ist Hilfe zur Selbsthilfe“, erklärt Petra Peschke-Göbel vom Lennestädter Bündnis für Familien, welches den Treff vor drei Jahren ins Leben rief, sich beim Treffen selbst aber im Hintergrund hält. Die „Gäste“ des Treff-Cafés kommen nicht nur aus Lennestadt. Finnentrop, Attendorn, Lenhausen und Schmallenberg sind ebenso vertreten. „Es gibt kein vergleichbares Angebot in unserer Ecke“, ist der einhellige Tenor der Anwesenden, die teilweise eine längere Fahrzeit in Kauf nehmen. Wer zum Treffen kommt, findet hier ein munteres Grüppchen netter Menschen. „Die Altersstruktur hat sich mittlerweile bei Anfang 60 eingependelt“, sagt Petra Peschke-Göbel, während die Damen am Tisch schon Pläne schmieden. Gehen wir zusammen ins Theater? Oder lieber mal wieder essen? Und was machen wir überhaupt an Karneval? Die nächste Busreise? „Es war letztes Mal so schön in Bad- Sassendorf.“ Angelika Struwe aus Lenhausen kommt seit einem guten Jahr zum Treffcafe. „Eine Bekannte hat mich damals mitgenommen, allein bin ich nirgends mehr hingegangen“, erzählt sie.

„Das erste Mal war ganz schön schlimm“, erinnert sich auch Brigitte Blöink aus Kickenbach, „man weiß nicht, auf welche Menschen man trifft und ist so viel Gesellschaft gar nicht mehr gewohnt.“

Mittendrin in der Gemeinschaft waren sie dann alle aber ganz schnell. Sie knüpften neue Kontakte und schlossen neue Freundschaften. Ganz nebenbei entsteht ein neues soziales Netz – denn wer allein lebt, muss nicht einsam sein. Das Treff-Café alleinlebender Frauen und Männer findet alle 14 Tage dienstags statt. Das nächste Treffen ist am 7. Februar von 18 - 21 Uhr im Treffpunkt des St. Georg Hauses statt. Eine Voranmeldung ist nicht nötig. Ein Kostenbeitrag wird nicht erhoben.

Weitere Informationen gibt es auch im Rathaus im Hannah-Servicebüro unter 02723/ 608220.

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