Stecker-Spezialist Mennekes setzt auf das Elektroauto
01.10.2012 | 19:43 Uhr 2012-10-01T19:43:00+0200
Kirchhundem/Berlin. Beim Elektroauto-Gipfel im Kanzleramt sitzt der Kirchhundemer Unternehmer Walter Mennekes mit am Tisch. Für Mennekes Elektrotechnik steht nicht wenig auf dem Spiel. Eine gut achtstellige Summe hat das Unternehmen seit 2008 in Forschung und Entwicklung der Stecker und Ladesysteme für Elektroautos investiert. 100 der weltweit insgesamt 900 Mitarbeiter beschäftigen sich ausschließlich mit der E-Mobilität.
Renate Künast wirft der Regierung mangelndes Engagement für die Elektromobilität vor. Das Treffen der Spitzenvertreter aus der Autoindustrie, Energiewirtschaft und Wissenschaft mit Kanzlerin Angela Merkel hält die Vorsitzende der Grünen-Fraktion im Bundestag für eine Alibi-Veranstaltung: „Jährliche Kaffeekränzchen im Kanzleramt bringen kein einziges Elektroauto vom Schaufenster auf die Straße.“ Walter Mennekes kennt sicher gemütlichere Kaffeekränzchen.
Der Unternehmer aus Kirchhundem sitzt mit Merkel am Tisch. Für Mennekes Elektrotechnik steht nicht wenig auf dem Spiel. Eine gut achtstellige Summe hat das Unternehmen seit 2008 in Forschung und Entwicklung der Stecker und Ladesysteme für Elektroautos investiert. 100 der weltweit insgesamt 900 Mitarbeiter beschäftigen sich ausschließlich mit der E-Mobilität.
Bindeglied zwischen Energieversorgern und Autoindustrie
„Wir sind das Bindeglied zwischen Energieversorgern und Autoindustrie“, sagt Walter Mennekes. „Ich bin froh, dass die Kanzlerin weiter am Ziel der Bundesregierung festhält, bis 2020 eine Million Elektroautos auf die Straße zu bringen.“ Dass die E-Mobilität seit dem ersten Hype auf der Internationalen Automobilmesse in Frankfurt vor drei Jahren nicht im Fokus steht, überrascht den Sauerländer nicht. „Viele andere Themen und Sorgen, nicht nur auf EU-Ebene, überlagern das Thema.“
Merkel hält die Zulassung von mehr als 600.000 E-Mobilen in acht Jahren für sicher: „Der Rest muss erarbeitet werden.“ Seiner Ansicht nach keine wirklichkeitsfremde Einschätzung: „Dass schaffen wir allemal. Bei einer neuen Technologie ist das so, da wartet der eine auf den anderen.“ Dass die Bundesregierung die Elektromobilität mit Steueranreizen und Forschungsmitteln anschiebt, ist für ihn Notwendigkeit. „Eine neue Technologie braucht dieses Starthilfe.“ So soll in die Förderung der Entwicklung der Batterietechnik, Schwachstelle beim E-Mobile, weiter wie geplant bis 2013 eine Milliarde Euro fließen. Daran soll nicht gerüttelt werden - auch nicht an den steuerlichen Entlastungen. E-Autos sollen für zehn Jahre von der Kfz-Steuer befreit und die Dienstwagensteuer so geändert werden, das teurere E-Mobile keinen Nachteil haben. Eine Kaufprämie für Elektroautos, wie von der Autoindustrie gefordert, lehnt die Bundesregierung nach wie vor ab. Und Walter Mennekes? „Einen Anstoß zum Kauf muss es geben“, sagt er, „es muss nicht immer gleich die Kaufprämie sein. Es gibt viele intelligente Lösungen. So kann es zum Beispiel auch der sehr günstige Stromtarif sein, der künftige Kunden überzeugt.“
Mennekes-Stecker für Kanzlerin Merkel
Überzeugt sind nach seiner Einschätzung mittlerweile nahezu alle Autokonzerne und Energieversorger vom Stecker Typ 2, den Mennekes Elektrotechnik entwickelt hat. Mennekes nicht ohne Stolz: „Viele sprechen mittlerweile nur von dem Mennekes-Stecker.“ Kanzlerin Merkel hat er das neueste Modell in die Hand gedrückt. „Mit Kindersicherung“, sagt der Unternehmer, „da ist unserer Technik ein Meisterstück gelungen.“
Den Franzosen ist seiner Meinung nach damit die Grundlage für ihre Blockade-Haltung entzogen worden. Die fehlende Kindersicherung war in Paris bislang immer genannt worden, um der französischen Stecker-Allianz, mit dem Elektrotechnikkonzern Schneider Electric an der Spitze, im Wettstreit um den europäischen Einheitsstecker gegenüber dem Unternehmen aus dem Sauerland den Vorzug zu geben.
Mennekes sicher: E-Mobilität wird kommen
„Abgesehen von den Franzosen“, sagt Mennekes, „haben wir mittlerweile nahezu alle europäischen Autohersteller und Energieversorger auf unserer Seite.“ Dass ein EU-weites Normierungsverfahren, nur ein einheitlicher Stecker hat bei der E-Mobilität Sinn, seine Zeit braucht, weiß Walter Mennekes und zeigt Verständnis für das langwierige Verfahren: „Wenn so viele Länder beteiligt sind, dauert das. Seit mehr als drei Jahren sind wir an diesem Thema dran.“
Kurzum, das Kaffeekränzchen, das für ihn keines war, stimmt ihn optimistisch: „Für Mennekes war das ein guter Tag. Die E-Mobilität wird kommen. So oder so.“
21:48
Der Stecker ist schon da.Schön.
Jetzt fehlen nur noch die 500 m langen Verlängerungskabel,von der Plattenbauwohnung
im 5.Stock,bis zum Parkplatz an der Straße.
Das giebt ein Kabelsalat!Zusätzlich müssen dann auch noch Löcher durch die
Kunststoffrahmen der Doppelverglasten Fenster gebohrt werden.
Elektroauto funktioniert nur bei im Winter beheitzte Garagen mit Starkstromanschluß,
also als Drittwagen für Reiche.Sonst nicht!
12:07
Hoffentlich setzt er seine Firma nicht in den Sand, die Elektromobilität könnte ein Schuss in den Ofen werden.
Ein SChuss in den Ofen wird das Ganz, wenn die Gesellschaft sich in der Nutzung der PKW nicht ändert. Wenn Papa mit der Familienkutsche zur Arbeit fährt und man mit genau diesen Fahrzeug auch an die Ostsee will, dann kaum eine Speichertechnologie but und billig genug sein.
WENN aber die Menschen lernen (nicht alle!, das ist eh illusorisch), man kann mit einem Kleinstwagen 25 km zur Arbeit und zurück und das 200mal im Jahr und für den Jahresurlaub/Umzug/Umbau MIETET man den entsprechenden PKW, dann sind 1 Mill. PKW mit 10Tkm Fahrleistung gut machbar.
Deshalb gilt es heute Infrastruktur und Carsharing zu fördern.
Der Erlass der KFZ-Steuer ist bei neuen Kleinwagen eh sehr wenig und bringt kaum etwas.
11:52
Ich kann es ja verstehen, dass Mennekes aufs Elektroauto setzt. Nur, man stelle es sich vor, dass z.B. Bürger im Stadtteil Ratingen - Eckkamp alle ein Elektroauto kauften und alle abends an die Ladestationen fahren..... Auch den immensen Strombedarf insgesamt sollte man bedenken. Wieviel Kraftwerke zusätzlich würden nötig usw. usw. Da sehe ich schon eher den Wasserstoff als Kraftstoff, wenn die Probleme damit gelöst sind.
Die Sorge ist vollkommen unbegründet. 1 Mill. E-Mobile würden zu ca. 2,5% höheren Stromverbrauch führen. Diese Strommenge wird durch den Zubau der Photovoltaik aus den letzten 3 Jahren produziert.
Interessanter ist es eher, überschüssigen Solarstrom 2020-2050 um die Mittageszeit in der Autobatterie zu speichern oder auch zur Netzstützung Strom auszuspeichern.
Also Mittags kein Autofahren. Batterie laden und wenn der Strom knapp wird ebenfalls Auto in die Garage,anschließen und das Netz stützen.
Könnte man nicht besser ein Pferd in die Garage stellen, das kann man zu jeder Zeit für den Transport einspannen.
Außerdem produziet es noch Bioroßäpfel zum Düngen eines Biogartens.
@Broncezeit | #1-2
Unsinn. Die Stochastik heilt vieles.
Technik entwickelt sich weiter.
Können Sie sich nicht vorstellen, dass viele Leute mit dem PKW zur Arbeit fahren und dann 8 Stunden den Stecker einstöpseln. Die Batterie wird 1 Stunde geladen und eine Stunde entladen?
In 10 Jahren wird der Strom zur Mittagszeit im Sommer im Überfluss produziert, da zahlt der Versorger, wenn sie Strom abnehmen.
Ich stelle mir mal so vor, einige 100 Autos müssen in Ratingen-West, oder dort wo eine hohe Bewohnerdichte ist ihr Auto an die Ladestation fahren. Wie soll das denn gelöst werden?
Ja natürlich bei tausend möglichen Ladezyklen stelle ich meine teure Batterie zur Netzstützunng bereit.
Außerdem, was ist denn wenn meine Batterie gerade dann zum Netzerhallt entleert ist wo ich losfahren will?