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Mit Denkmalschützern und Eigentümern an einen Tisch

14.04.2010 | 11:50 Uhr
Mit Denkmalschützern und Eigentümern an einen Tisch

Lennestadt. Betont sachlich handelte Dienstagabend der Lennestädter Bauausschuss das Thema „Lebensmitteldiscounter Börger" in Elspe ab. Über einen Antrag der CDU, in dem die Unterdenkmalschutz-Stellung des 1806 errichteten Wohnhauses als „Unsinn" bezeichnet wird, wurde nicht abgestimmt.

Man konnte sich schließlich aber damit anfreunden, den ehemals einstimmigen Beschluss, am besagten Standort einen Lebensmitteldiscounter im Rahmen der Planungshoheit der Kommune zu ermöglichen, noch einmal zu bekräftigen.

Experten des Denkmalschutzes

Bürgermeister Hundt hatte im Rahmen der Diskussionen über einen Besuch am Montag bei den Experten des Denkmalschutzes in Münster, die nach Intervention von rund 170 Elsper Bürgern plötzlich den Denkmalwert des Hauses Börger attestiert hatten, berichtet. Dort hätten sehr sachliche Gespräche stattgefunden.

Die Münsteraner hätten die Rolle der Stadt im Abwägungsprozess zwischen ihrer Funktion als Untere Denkmalbehörde und als Trägerin der Planungshoheit durchaus akzeptiert. Sie selbst wollten erst noch die abschließenden Stellungnahmen der von der Familie Börger eingeschalteten Fachleute abwarten. Hundt: „Wird ein Gebäude unter Denkmalschutz gestellt, so bedeutet das einen Eingriff in das Eigentum eines Betroffenen. Das entsprechende Anhörungsverfahren läuft. Eine Stellungnahme liegt bereits der Verwaltung vor, eine zweite wird wohl noch im April eintreffen."

Die Stadt habe sich im Rahmen des Vorhaben- und Erschließungsplans strikt an die Vorschriften gehalten. Habe die erforderliche Bürgerversammlung durchgeführt, danach den Planentwurf öffentlich ausgelegt. Arbeite derzeit sämtliche Bedenken und Anregungen der Bürger ab. Habe deshalb auch ein renommiertes Aachener Büro für Verkehrsplanung eingeschaltet, um eine optimierte Erschließung zu erreichen.

Alle Bürgeranträge aufarbeiten

Hundt: „Im Laufe des Verfahrens werden wir alle Bürgeranträge aufarbeiten und uns danach - inklusive des Verkehrsgutachtens - mit den Denkmalschützern aus Münster und der Familie Börger an einen Tisch setzen." Gleichzeitig richtete der Bürgermeister einen dringenden Appell an alle am Verfahren Beteiligten: „Ich bitte bei allen Diskussionen, mit der gebotenen Sachlichkeit mit dem Thema umzugehen."

Kreisheimatpflegerin Susanne Falk, die in der abschließenden Bürgerfragestunde auf Aspekte des Denkmalschutzes hinwies, gab trotz verlockender Neustrukturierungen im Orte Elspe zu bedenken: „Ein Konzept, das eine bessere ortsnahe Versorgung der Bürger beinhaltet, ist wohl nur zu einem teuren Preis zu haben - dem Abriss des Hauses Börger."

Werner Riedel

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