Das aktuelle Wetter Lennestadt 10°C
Nachrichten aus...

Katze zum zweiten Mal durchbohrt

07.09.2008 | 15:06 Uhr

Attendorn/Bilstein. (dani) Der legendäre Katzenschuss der Attendorner Bürgerwehr jährt sich zum 425. Mal. Grund genug für die Attendorner Schützen und die Karnevalisten, die Geschichte noch einmal aufleben zu lassen. Am Wochenende war es so weit.

Katze am Spieß: Der Schütze Markus Harnischmacher und seine legendäre "Beute".

Bilstein , im Jahre des Herrn 1583. Der Kölner Erzbischof und Kurfürst Gebhard Truchsess kamen mit einer Streitmacht ins Sauerland, um die Bürger zu zwingen, dem katholischen Glauben zu entsagen. Nachdem der Bischof mordend und plündernd durch Attendorn gezogen war, ohne den geringsten Erfolg zu erzielen, begab er sich auf die Burg Bilstein, wo er mit offenen Armen empfangen wurde - allerdings verfolgt von der wackeren Attendorner Bürgerwehr.

Als eines Tages ein Schütze der Attendorner den Bischof beim Mittagsschlafe im Fenster sah, schoss er ohne zu zögern mit seiner Armbrust. Doch was da aus dem Fenster fiel, war nicht der tote Erzbischof, sondern eine schwarze Katze.

Von den Bilsteiner mit Spott und Hohn überschüttet, zogen die Attendorner ab: "Da ziehen sie hin die Kattfiller." Soviel zur Historie.

Bereits am Samstagmorgen versammelten sich über 600, größtenteils mittelalterlich gewandete Attendorner am Sauerländer Dom, um an der Wanderung über den historischen Weg zur Burg Bilstein teilzunehmen. Weitere 300 Menschen reisten mit Bussen und Pkw zur Burg.

Schützenhauptmann Markus Harnischmacher und der Präsident des Karnevalsvereins, Otto Höffer, waren begeistert von der riesigen Resonanz. "Das ist hier ein gemeinschaftliches Ereignis, das ich so noch nicht erlebt habe", schwärmte Otto Höffer. Rund 1 000 Menschen drängten sich auf dem Burghof, als 60 Akteure antraten und die Geschichte des Katzenschusses wieder lebendig werden ließen.

Die Stimmung war grandios. Unter Buh-Rufen und Pfiffen zog der Erzbischof durch die Menschenmenge, plünderte die "Kirche" und verschwand in der Burg. Riesiger Jubel brandete auf, als Schützenhauptmann Harnischmacher zur Armbrust griff und wenig später die große schwarze Katze aus dem obersten Fenster der Burg stürzte.

Auch die Bürgermeister der Städte Attendorn und Lennestadt, Alfons Stumpf und Alfons Heimes, waren gekommen, um an diesem großen Ereignis teilzuhaben. Sie wurden mit Orden bedacht - ebenso wie die Herbergsfamilie Sagafe, die bei den Vorbereitungen tatkräftig mithalf und die Tore zur Burg öffnete.

"Ich habe noch nie so viele Attendorner zusammen außerhalb von Attendorn gesehen", war Bürgermeister Stumpf beeindruckt.

Für die passende Stimmung mit mittelalterlich-rockigen Klängen sorgten die Bands "Cranifex" und "Dark Side of Fire". Am Abend folgte eine spektakuläre Feuershow.

Auch bei der Verpflegung war für Abwechslung gesorgt: Es gab nicht nur Katzenspieß und Scharmützelpfanne, sondern auch "Platte Olper".

Keine Frage: Dieses Großereignis dürfte genauso seinen Platz in den Geschichtsbüchern finden wie der legendäre Katzenschuss anno 1583.

Facebook
 
Kommentare
Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/1105239/create

Aktuelle Fotos und Videos
LkW- Bergung in Bilstein
Bildgalerie
Polizei
15. Stadtfest in Olpe
Bildgalerie
Stadtfest Olpe
Veilchendienstag in Grevenbrück
Bildgalerie
Karneval 2012
Veilchendienstag in Attendorn
Bildgalerie
Karneval 2012
Aus dem Ressort
Parkmisere bleibt Dauerbrenner
Private die Leidtragenden
Die Köpfe rauchen seit Monaten, aber eine für alle befriedigende Lösung, da sind sich die Verantwortlichen bei Stadt und Bäderbetrieben offenbar einig, wird kaum zu finden sein: Die Rede ist von der Parkmisere in der Innenstadt.
Prokurist erhebt im Prozess Vorwürfe gegen Rüdiger Höffken
Gericht
Während der Felgenfabrikant im Prozess schweigt, redet sein ehemaliger Mitarbeiter von Drohungen. Fortsetzung folgt am 6. Juni.