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Altkleidersammlung

Kampf um Altkleider-Erlöse

29.01.2014 | 17:05 Uhr
Kampf um Altkleider-Erlöse
Neben den Altkleider-Containern des DRK steht seit Monaten auch der Sammelbehälter eines gewerblichen Rec<<cle-Unternhemens in WürdinghausenFoto: bw

Kreis Olpe.  Das waren die heimischen karitativen Verbände und Vereine noch nicht gewohnt, dass sie Konkurrenz von gewerblichen Unternehmen bekommen. In Würdinghausen wundert man sich z.B., dass die Olper Pfarrcaritas ihren Segen zum gewerblichen Sammeln in der Gemeinde Kirchhundem erteilt hat.

Angesichts durchaus lukrativer Preise für Altpapier, Altbekleidung und gebrauchte Schuhe ist die Sammelleidenschaft bei zahlreichen Vereinen und Verbänden wie Caritas, Kolping oder Rotes Kreuz erheblich angestiegen. Doch inzwischen haben die „Ehrenamtlichen“, die im Nachklang ebenfalls mit Profi-Recycling-Unternehmen wie SWF in Bremen zusammen arbeiten, vor Ort Konkurrenz vom gewerblichen Unternehmen Knebel aus Attendorn bekommen.

Die Firma hat laut Seniorchef Otto Knebel kreisweit rund ein Dutzend Container aufgestellt. Auf denen - deutschlandweit rund 500, die von den jeweiligen Kommunen abgesegnet wurden - prangt nicht nur das Emblem der Caritas, sondern auch der Hinweis, dass man mit der Rumänienhilfe der Pfarrcaritas in Olpe zusammen arbeite. Das bestätigt deren Initiatorin Edelgard Nitschke: „Um Geld für unser Kinderheim-Projekt in Rumänien zu bekommen kooperieren wir mit der Fa. Knebel.“ Die überweist einen monatlichen Fixbetrag an die Rumänienhilfe, dafür hat diese dem Recycling-Unternehmen die Erlaubnis erteilt, mit dem Caritas-Logo auf den Sammelcontainern zu werben. „Wir halten uns streng an die gesetzlichen Regeln“, betont Otto Knebal. Aus jeglichem Konkurrenzkampf zwischen den einzelnen karitativen Verbänden halte man sich komplett heraus.

Ob Kolpong, Caritas oder DRK - sie alle haben ihre (Hilfs-)Projekte, die finanziert werden müssen. Ob im Ausland oder gezielt hier vor Ort. Die Vereine und Verbände versuchen, sämtliche „Einnahmequellen“ auszuschöpfen. Umso irritierter waren Würdinghausener Bürger, als sie den „neuen Olper Caritas-Container neben den gewohnten des heimischen Roten Kreuzes entdeckten. Kirchhundems DRK-Vorsitzender Gerhard Stamm bestätigte: „Durch die gewerbliche Konkurrenz haben wir Einbußen bei Altkleidung und gebrauchten Schuhen von 25 Prozent.“ Und auch sein Lennestädter Vorstandskollege Thomas Trapp muss eine negative Bilanz ziehen: „Uns fehlen rund 20 Prozent.“

Bei dem Gerücht über horrende Verdienstmöglichkeiten kann Otto Knebel nur den Kopf schütteln: „800 Euro für eine Tonnen alter Schuhe - das ist ein absoluter Phantasie-Preis.“ Derzeit würden rund 130 Euro gezahlt, bei Altbekleidung liege der Preis je nach Sortierungsgrad weitaus niedriger. Ob die Verbände die ebenfalls von Gewerblichen gestellten Container leerten und die Artikel verschickten oder das Recycling-Unternehmen diese Aufgabe übernehme und die Sammelmöglichkeit der Caritas vergüte, bliebe im Ergebnis doch gleich.

Eine klaren Strich hat z.B. der benachbarte Märkische Kreis gezogen. Der spricht von 450 Euro pro Tonne, die von Sortierbetrieben gezahlt würden. Ab sofort prangen auf den rund 400 Containern im Kreisgebiet blau-weiße Aufkleber der zu einer Sammlung autorisierten Wohlfahrtsverbände, um gewerbliche Sammler auszugrenzen.

Werner Riedel

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2014-01-29 17:05
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