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Frierende Fahrgäste ohne Informationen

18.12.2007 | 17:35 Uhr

Lennestadt. Nett ausgedrückt war es wohl nur ein Kommunikationsproblem, die Fahrgäste auf der Ruhr-Sieg-Strecke empfanden es als Choas und Unverschämtheit.

Nach einem Oberleitungsschaden war die Ruhr-Sieg-Bahnstrecke am Freitag Abend nicht mehr durchgängig befahrbar. Viele Reisende standen sich auf den zugigen Bahnsteigen die Beine in den Bauch und ärgerten sich vor allem darüber, dass es keine Informationen gab.

Um 18.56 Uhr hatte die Abellio Rail NRW, die seit 9. Dezember den Schienen-Personennahverkehr zwischen Essen und Siegen betreibt, per e-mail ihre Newsletter-Abonnenten über das Problem informiert.

"Wegen eines Oberleitungsschadens bei Finnentrop können die Linien RE 16 und RB 91 nur zwischen Siegen und Grevenbrück sowie zwischen Plettenberg und Hagen/Essen verkehren. Ein Ersatzverkehr mit Bussen ist zwischen Grevenbrück und Plettenberg mit Halt in Finnentrop eingerichtet. Die Abfahrtsstellen befinden sich vor den jeweiligen Bahnhöfen."

Eine wichtige Information, die zwar alle angeschlossenen PC-Besitzer erreichte, nicht aber die wartenden Fahrgäste auf den Bahnsteigen. In Altenhundem warteten zig Fahrgäste, die mit dem Bus von Plettenberg gekommen waren, über eine Stunde auf die Weiterfahrt nach Siegen, ohne zu wissen, wann der nächste Zug kommt. Es gab keine Durchsagen. Andere, die Richtung Plettenberg wollten, wussten gar nichts von Ersatzbussen und auch der Zugführer, der von Siegen bis Grevenbrück und zurück fuhr, konnte keine genaue Auskunft geben. "Im Zeitalter von Handy und Funk ist das doch ein Witz, dass das Personal nicht Bescheid weiß", so ein empörter Fahrgast.

Den Ärger der frierenden und wartenden Fahrgäste bekam das Unternehmen Abellio zu spüren. Zu unrecht, so Unternehmenssprecherin Barbara Schüler. "Für die Information der Fahrgäste und die Bahnhofsdurchsagen sind nicht wir, sondern die Bahn AG zuständig. Wir geben unsere Infos an die Bahn."

So sieht es auch Günter Padt, Geschäftsführer des Zweckverbands Personennahverkehr Westfalen-Süd (ZWS): "Die Infos für die Fahrgäste hätten von der DB Netz kommen müssen. Es gibt definierte Vorgaben für die Fahrdienstleiter."

Der Zweckverband recherchiert derzeit den Vorfall bis ins Detail, will wissen, wann und wo Züge und Busse gefahren sind. Offenbar hat es schon öfter derartige Vorfälle gegeben.

Bleibt zu hoffen, dass das Informationssystem für die Fahrgäste künftig besser funktioniert.

Von Volker Eberts

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