„Die Nervensäge“ sägte im zweiten Teil an den Nerven
30.01.2012 | 15:42 Uhr 2012-01-30T15:42:00+0100
Meggen.Berufskiller benötigt zur Auftragsausführung Einzelzimmer mit Ausblick, verlassener Ehemann will just in demselben auf seine untreue Frau warten und der Page lässt mit einer Sturzflut von Worten schier verzweifeln: das waren die Hauptzutaten der „Nervensäge“ im PZ.
Page: „Darf ich Ihnen Ihre Sachen abnehmen?“; Killer Francois: „Nein“. – Schließlich enthielt sein Koffer nicht Wäsche, sondern Knarren. Gerd Lucas Storzer als Page quasselte seinen Gast schier um den Verstand, dabei war der in Zeitnot, um alles für den Mord vorzubereiten: „Zum letzten Mal: Raus“. Aber es kam noch schlimmer – mit Ralph, gehörnter Ehemann und Hemdenvertreter, der ebenfalls Anspruch auf dieses Zimmer stellte. Winfried Glatzeder als Ralph, Marcus Ganser in der Person des Killers und Storzer waren in ihrer Komik ein unschlagbares Dreigespann.
Ein Gag jagte den nächsten, ein Lacher den ebensolchen. Glatzeder war aber auch zu komisch als ständig lächelndes Nervenbündel, das im nächsten Augenblick weinend zusammensackte, dann wieder außer sich herumschrie und allerlei frustrane Selbstmordversuche ausheckte.
Dabei vereitelte er, wenn auch unwissend, Francois` Versuche, sich dieser Nervensäge endgültig zu entledigen. Aber für Francois kam es noch schlimmer: eine Spritze, die ihm just der Geliebte (Matthias Friedrich) von Ralphs Ehefrau Louise (mal kindlich, mal keck: Gundula Köster) in der Annahme gab, er sei Ralph, knockte ihn völlig aus.
Schon bewundernswert, wie Marcus Ganser vom unnahbaren Boss-Typ zu einem willenlosen Haufen Mensch mutierte, der immer wieder mit stierem Blick und wirrem Haarschopf, dabei wahnsinnig dämlich grinsend, durchs Zimmers torkelte, Stuntman-likeaufs Bett fiel, seine Arme schutzsuchend um Glatzeder schlang.
Schade nur, dass diese Späße sich in der oftmaligen Wiederholung doch recht abnutzten, ein wenig an den Nerven sägten. Eine leichte Verschlankung hätte dem an sich lustigen Stück gut getan.
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