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Das Drei-Phasen-Modell der Bürgerinitiative Eckenbach

01.10.2007 | 00:00 Uhr

Attendorn. Die Bürgerinitiative Eckenbachtal hat gestern Bürgermeister Alfons Stumpf ihre Stellungnahmen zum Flächennutzungsplan übergeben.

Neben den bekannten Argumenten, in denen bezweifelt wird, dass die Attendorner Industrie Flächen in der geplanten Größenordnung benötigt, sowie geologischen und ökologischen Bedenken stellt die BI auch eine Alternative für ein Industriegebiet Biggen vor. Dieses ließe sich in einem Drei-Phasen-Modell realisieren. Zunächst würden die unmittelbar an Askay angrenzenden Flächen erschlossen, danach die südlich des Campingplatzes gelegenen und in Phase drei, der Bereich, der heute vom Campingplatz genutzt wird.

Für die Phase I (zehn bis zwölf Hektar in ein bis fünf Jahren) erwartet die BI keine Probleme, da sich 50 Prozent der Flächen bereits im Besitz der Stadt befinden. Die Erschließung könne aus Richtung Ennest/Askay erfolgen.

In der Phase II (zehn bis zwölf Hektar in fünf bis zehn Jahren) werden große Erdbewegungen nötig, außerdem müssten Flächen erworben werden. Hier erwartet die BI keine Probleme, da genügend Zeit für Verhandlungen vorhanden sei.

In der Phase III (zehn bis zwölf Hektar in zehn bis fünfzehn Jahren) sind ebenfalls größere Erdbewegungen zu tätigen. Außerdem müsse eine Lösung für den Campingplatz gefunden werden. Auch hier sieht die BI keine Probleme.

Finanziell stünde sich die Stadt laut BI mit einem Industriegebiet Biggen besser als mit der Lösung Eckenbachtal. Anders als Markus Greitemann, der lediglich von einer kostenneutralen Anschüttung gesprochen hat, geht die BI davon aus, dass die Stadt mit der Anschüttung sogar Geld verdienen könnte. Sie belegt dies mit einem Angebot der Firma Bauunternehmen Meier aus Plettenberg. Im Oktober 2006 schrieb Geschäftsführer Jürgen Schade, dass es üblich sei bei größeren Mengen 0,50 bis 3,50 Euro für den Kubikmeter zu bezahlen.

Jürgen Schade betonte auf Nachfrage der WP allerdings, dass bei dieser Rechnung der Zeitfaktor entscheidend sei.

Mit Zeitfaktor meint Schade die Frage, wie lange das Unternehmen Zeit hat, um die benötigten drei Millionen Kubikmeter Erde anzuschütten.

Nach der letzten Ratsitzung hatte Stumpf den Geschäftsführer der Bodenbörse Südsauerland, die Markus Greitemann als Kronzeugen für eine günstige Biggen-Lösung genannt hatte, zum gleichen Thema befragt.

In seiner Antwort schreibt Geschäftsführer Dietmar Müller, dass man von einem Materialvolumen von 60 000 bis 100 000 Kubikmeter ausgehen könnte und weiter: "Am Beispiel Biggen zeigt sich schnell, dass bei einem fehlenden Volumen von drei Millionen Kubikmetern und einer Fertigstellung der Fläche innerhalb von zehn Jahren ein Zukauf von Material unausweichlich und ein kostenneutrales Auffüllen unmöglich ist."

Bei einer Anlieferung von 100 000 Kubikmeter pro Jahr würde die Anlieferung der benötigten drei Millionen Kubikmeter 30 Jahre dauern. Der von der BI genannte Zeithorizont von 15 Jahren würde also mindestens 200 000 Kubikmeter pro Jahr nötig machen. Eine Menge, die nach Einschätzung der Bodenbörse, die Bauaktivitäten im Umkreis nicht hergeben.

Gunnar Steinbach

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