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Zwei Völker bedroht

Bienenkörbe umgekippt

07.01.2010 | 18:04 Uhr
Bienenkörbe umgekippt

Grevenbrück. „Die größte Gefahr für die Bienen geht im Winter von Specht und Mäusen aus. Leider muss ich das wohl korrigieren. Der größte Feind auch dieser so nützlichen Insekten ist offensichtlich der Mensch.”

Dem passionierten Hobbyimker Kurt Schade (60) aus Trockenbrück sind Wut und Enttäuschung ins Gesicht geschrieben. Seit 40 Jahren betreibt er das naturnahe Hobby, hat dieses Faible von Vater und Großvater geerbt. Alljährlich stellt er 20 Bienenstöcke auf. 12 auf dem Mondschein bei Sporke, seit drei Jahren auch 8 Stöcke auf dem Gelände des ehemaligen evangelischen Friedhofs in Grevenbrück.

Bereits in der Silvesternacht zum Jahre 2009 hatten gedankenlose Zeitgenossen an diesem Standort hoch über dem Elspetal Bienenstöcke umgekippt. Seither macht Schade wöchentliche Kontrollgänge. Eine Nachbarin erzählte nach einem Spaziergang von dem erneuten Anschlag auf die Bienen, der am vergangenen Wochenende (zwischen dem 2. und 4. Januar) erfolgt sein muss.

Absolute Ruhe

„Im Winter brauchen die Tiere absolute Ruhe”, erklärt der versierte Imker. Klirrende Kälte spiele keine Rolle. Der gesamte Schwarm - derzeit rund 5000-6000 Tiere (im Sommer bis zum 5fachen) hänge rund um die Königin an der Futterquelle mit sichtbar eingeschräktem Stoffwechsel, eng aneinandergeklammert. So dass im Inneren der Traube um die wichtige Königin stets 35 Grad Wärme herrschen. Egal, wie kalt es draußen sei. Doch in dieser Situation sei jede Erschütterung oder gar ein Umkippen des gesamten Stockes tödlich. Einmal aus der Traube abgestürzt würden die Bienen erfrieren.

Strafanzeige

Schade hat inzwischen Strafanzeige bei der Polizei erstattet. Die Täter sind wahrscheinlich einen schmalen Steig in der Nähe der Johannesbrücke zum Friedhof hochgelaufen und haben die beiden Bienenstöcke umgekippt. Viel Hoffnung, dass die beiden Völker darin überleben, hat der Imker nicht: „Ich befürchte einen Totalverlust.” Insgesamt 300 Euro Schaden drohen also. Doch das ist nur der „Wiederbeschaffungswert” für die Völker.

In den letzten 40 Jahren seien - außer den beiden Vorfällen auf dem ehem. Grevenbrücker Friedhof - seine Bienenkörbe nie beschädigt worden. Einmal habe man lediglich ein Schild „Vorsicht, Bienen” mitgehen lassen: „Das war sicherlich leichter zu verschmerzen als diese Tat.”

Werner Riedel

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