78 Mitarbeiter von Firmenschließung betroffen
07.11.2009 | 06:00 Uhr 2009-11-07T06:00:00+0100Würdinghausen/Kirn. IG-Metall-Bevollmächtiger und Betriebsratsvorsitzender Peter Blaas reden Klartext: Bei der jetzt vom Simona-Vorstand abgesegneten Schließung des Betriebes in Würdinghausen im kommenden Jahr gehe es nicht um Unwirtschaftlichkeit.
Es gehe stattdessen um eine Gewinnoptimierung, ohne Rücksicht der Mitarbeiter im Sauerland.
Am Donnerstag waren Keppeler und Blaas zu „Gesprächen” ins Hauptquartier des 2300-Mitarbeiter-Unternehmens an die Nahe gefahren. 275 km. Sie wollten sich mit dem Vorstand über das eigene, 74 Seiten starke Gutachten über eine durchaus mögliche Fortsetzung der Produktion in Würdinghausen austauschen. Um 10 Uhr war der Termin, um 10.05 Uhr dann die Hiobsbotschaft: Der Vorstand schlage dem Aufsichtsrat der Aktiengesellschaft die Schließung des Sauerländer Standortes vor. Damit verliert die Gemeinde Kirchhundem weitere 78 Arbeitsplätze.
Alternatives Gutachten einfach ignoriert
Gemeinsam hatten IGM und Betriebsrat nach Bekanntwerden möglicher Schließungsabsichten Ende Juli alle Hebel in Bewegung gesetzt, die für die Mitarbeiter drohende Katastrophe zu verhindern. Prof. Dr. Klaus Kost (PCG Unternehmensberatung aus Essen) hatte in seiner Expertise klare Wege für Würdinghausen aufgezeigt.
Kein Grund zur Rücksichtnahme
Danach hätte die hier unlukrative Presserei nach Kirn verlagert werden müssen. Das hätte aber „nur” 20 Arbeitsplätze gekostet. Die anderen Abteilungen hätten dann aber schwarze Zahlen geschrieben. Drei Alternativen hatten Keppeler und seine Mitstreiter erarbeitet: Der komplette Neubau (ca. 7-8 Mio Euro) einer Produktionstätte in der Gemeiknde Kirchhundem. Keppeler: „BürgermeisterGrobbel und die Fraktionen haben Industrieflächen zu vertretbaren Preisen angeboten und Kontakte zu Unternehmen mit leer stehenden Hallen in der Region organisiert. Doch am Ende haben die Simona-Chefs uns am ausgestreckten Arm verhungern lassen.”
Jetzt gehe es darum, einen Interessenausgleich und Sozialplan auszuhandeln, bis zur Einigung laufe die Produktion weiter. Blaas: „ Man habe von einem geplanten Ende von Mitte 2010 erfahren. Keppeler und Blaas unisono: „Bei den anstehenden Verhandlungen werden wir das Fell der Mitarbeiter so teuer wie möglich verkaufen. Bei der Simona handelt es sich um ein bis in die Fingerspitzen gesundes Unternehmen. Es gibt keinen Grund für Betriebsrat, Mitarbeiter und IG Metall, auf irgendwas Rücksicht zu nehmen.” Bei den Verhandlungen werde man die Einschaltung einer Auffanggesellschaft für die 78 Mitarbeiter verlangen, Um die Arbeitslosigkeit nach hinten zu schieben und Qualifikationen zu ermöglichen.
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