Zweiter Platz für „INIA“

Das Team von Prof. William Megill macht das U-Boot startklar für den Wettkampf.
Das Team von Prof. William Megill macht das U-Boot startklar für den Wettkampf.
Foto: Privat
Was wir bereits wissen
Studentin Leandra Hamann fuhr mit ihrem Team von der Hochschule Rhein-Waal einen fulminanten Erfolg beim Internationalen U-Boot-Rennen in Washington ein

Kleve..  Leandra Hamann hat allen Grund zum Strahlen: Die 25-jährige Bionic-Masterstudentin ist die erste Frau, die ein U-Boot mit bionischem Antrieb fährt. Mehr noch: In Washington trieb sie das U-Boot gar nach zwei Wettkampftagen auf 1,9 Knoten, damit rauschte sie mit knapp 3,5 Kilometern durch das Becken. Es war eine Bestzeit, mit der sie das U-Boot INIA der Hochschule Rhein-Waal (HSRW) auf Platz zwei für nicht-propeller-getriebene U-Boote fuhr.

Leandra Hamann ist die Kapitänin des „Submarine-Teams“ der HSRW. Und weil sie die einzige Frau am Steuer eines U-Bootes mit Flossenantrieb war, wurde das Team Erster in der „Non-Propeller Female (College)“ Kategorie. „Für mich war es etwas ganz Besonderes, selbst das U-Boot pilotieren zu dürfen. Ich bin jetzt schon seit zwei Jahren im Team und habe mit dem alten U-Boot RiverShark geübt. Am Ende konnte ich noch die gute Zeit einfahren“, blickt Hamann auf ihren Erfolg beim U-Boot-Rennen in den USA zurück.

Sechs HSRW-Studenten des zwölfköpfigen Teams waren von Kleve nach Washington gefahren, um zusammen mit ihrem Prof. William Megill am 13. Internationalen U-Boot Rennen (ISR) teilzunehmen. Megill, passionierter Bauer von Booten mit bionischen Antrieb, hatte das Projekt vor drei Jahren ins Leben gerufen – seitdem nehmen die Mannschaften der HSRW regelmäßig an internationalen Rennen teil.

„Ein Jahr wurde am U-Boot INIA gefeilt und gebaut“, sagt Hamann. 2014 gewann das Submarine-Team mit dem in den HSRW-Farben Tiefblau und Grau lackierten U-Boot in London den Innovationspreis. Doch für die USA musste in Kleve noch einiges verbessert werden. „Die Fenster, durch die der Pilot die Rennstrecke sehen muss, wurden neu gemacht, Steuerung und Sicherheitssysteme wurden erneuert und ein effizienterer Antriebsmechanismus wurden gebaut“, erklärt die Kapitänin. Wenn der Pilot mit Tauchausrüstung in die Pedale tritt, überträgt der Antriebsmechanismus die Kraft auf Hebelarme, die die zwei thunfisch-ähnlichen Flossen auf und ab bewegen und das Boot antreiben.

Doch im Rennen kamen dann erste Probleme. Das Boot musste in die Box: Der Antrieb war gebrochen. „Bei jedem Rennen muss man mit Problemen rechnen: Ob nun die Flossen kaputt gehen, die Kette abspringt oder die Luke nicht mehr zu geht. Aber wir haben das gesamte Boot ja selbst gebaut und kennen es besser als jeder andere“, sagt die Kapitänin.

Es sei zeitaufwendig, das Boot aus dem Wasser zu holen und die Ersatzteile fertig zu machen. Das kostet oft mindestens einen halben Tag. Andererseits helfen die anderen Teams: „Das Becken war ab der Hälfte der Woche mit U-Booten gefüllt und es ist viel los. Jeder hilft jedem“, sagt Etienne Babnick, Co-Captain und ebenfalls Pilot des Bootes.

Lukas Herbarth war als Taucher dabei – und ist entschlossen, im nächsten Jahr wieder mitzufahren. 2016 ist ein neues U-Boot geplant, mit dem das Team am europäischen Rennen (eISR) in London teilnehmen wird. Auch die INIA-Nachfolgerein wird wieder ein Boot, an dem die Studenten ihr theoretisches Ingenieurwissen in die Praxis umsetzen können und sehen können, wie gut das funktioniert, was sie der Natur abgeschaut haben.