Städtebau
Zurück zu den Wurzeln
11.06.2010 | 17:06 Uhr 2010-06-11T17:06:00+0200
Kleve. Zurück zu den Wurzeln. Das gilt für den Klever Self-Made-Man Willi Verhuven, der in alter Heimatverbundenheit hier zehn Millionen Euro investiert. Das gilt auch für die architektonische Formensprache, mit der er das Geld in Steine umsetzen lässt.
An 200 Jahre mondäne Glorie von „Bad Cleve“ knüpft der Neubau am Opschlag an. Er soll in zehn Wochen schon genehmigt sein (Sonderschichten in der Bauverwaltung). Ab Oktober wird gebaut. Bezugsfertig in einem bis eineinhalb Jahren.
Eine von Deutschlands renommiertesten Architektenpartnerschaften, HPP aus Düsseldorf, entwarf nach Verhuvens Wünschen die historisierende Fassade á la Museum Kurhaus und Haus Koekkoek – übrigens wie auch fürs Grandhotel Heiligendamm und den Breidenbacher Hof Düsseldorf. „Die Klever und die Holländer werden es lieben“, sagt Baudezernent Jürgen Rauer nüchtern. „Die Architektur kann man gut finden oder nicht,“ sie werde jedenfalls die Unterstadt stark prägen. „In fünf Jahren werden Sie den Opschlag nicht wiedererkennen“, prognostiziert er auch Effekte für die Nachbargebäude.
Solchen Initialcharakter wünscht Verhuven sich ausdrücklich. Bürgermeister Theo Brauer mag den Klassizismus: „Mehr kann man Kleve nicht lieben, als einen Neubau in solchem Stil erstehen zu lassen“.
Zum Opschlag hin schließt das weiße Haus die Lücke bei Motorrad Walraven. 4500 Quadratmeter Nutzfläche drinen werden zum modernen „Versorgungszentrum“ als Ärzte-, Wohn-, Geschäftshaus, mit einem Fußweg durch einen „wunderschönen Innenhof“ hin zur Grabenstraße. Die bisher bescheidene Grabenstraße erlebt eine pompöse Aufwertung – mit doppelt so breiter historisierender Fassade nach hinten, mit Säulen-Porticus am Eingang, Loggien und Gauben auf dem Dach und Zufahrt zur 60-Plätze-Tiefgarage. Der Opschlag bleibt verkehrsberuhigt.
Willi Verhuven ist privat der Investor und bleibt Vermieter. In unsicheren Zeiten investiere er lieber, als Geld auf der hohen Kante liegen zu lassen, sagt Alltours-Sprecher Stefan Suska. Verhuven habe immer das richtige Näschen bewiesen (siehe Kasten). Wenn er nun von seinem privaten Bauvorhaben in Kleve rede, strahle sein Gesicht, erzählte Suska.
Ähnlich glücklich blickten Bürgermeister Theo Brauer, Baudezernent Jürgen Rauer und Kämmerer Willibrord Haas: Die 1,8 Millionen Euro Investitionen für die Umgestaltung des Opschlag hätte somit prompt 10 Millionen Investition ausgelöst.
Das medizinische Versorgungszentrum behinhalte mehrere Facharztpraxen, Apotheke, Physiotherapeut, ambulante Reha, rein medizinisches Fitnesscenter (500 qm), Bistro-Gastronomie. All das bedeute langfristig neue Arbeitsplätze. 70 Prozent der Flächen seien bereits vergeben. Denn seit Wochen laufen die diskreten Gespräche mit der Stadt. Willi Verhuven habe das Potenzial an Kleves Opschlag erkannt. Er sei überzeugt von der guten Geldanlage und wolle auf dem wachsenden Gesundheitssektor - natürlich - auch verdienen, so Suska.
Die Bebauungsplanänderung geht Mitte Juli direkt ohne Ausschussberatung in den Rat. Jürgen Rauer erwartet von der Politik ein einstimmiges OK.
Bei der Ausschreibung der Arbeiten könne das regionale Baugewerbe seinen Standortvorteil sicher nutzen.
Der private Investor Willi Verhuven gründete im Januar 1974 in einem kleine Büroraum an der Kirchstraße in Kleve ein Griechenland-Reisebüro. Dem einem Näschen für Reise-Trends expandierte er. 1989 zog er mit 50 Mitarbeitern in den Neubau an der Landwehr um (zurzeit Sitz der Hochschule Rhein-Waal). Mit 250 Mitarbeitern gab Verhuven 2001 im Duisburger Innenhafen den Ansiedlungs-Impuls. Heute verkaufen 9500 Reisebüros bundesweit alltours-Reisen
17:57
Um es abzuschließen und noch die Frage von Lebhaft zu beantworten: Nichts !
Man könnte auch einen Satz mit den Worten obwohl, trotzdem oder dennoch formulieren...
14:24
Was hat denn nun TB mit der Investitionsbereitschaft des Herrn Verhuven zu tun? Das muss mal einer erklären?
01:07
@Messerjocke
Wahrscheinlich war der Investor deswegen bei der Präsentation auch nicht anwesend. Der kennt halt seine Pappenheimer insbesondere den Scheinriesen TB und hatte wohl Wichtigeres zu tun.
Ein Affront ist es trotzdem.
Egal, freuen wir uns darüber, dass endlich was Vernünftiges am Opschlag entsteht. Vielleicht finden ja die Klinker eine neue Verwendung?
21:51
@RumsdieKuh4Ever: Mir gehts nicht um die Baumaßnahme. Neben der holzschnittartigen Willfährigkeit in einigen Kommentaren wurmt vor allem das gewohnte Gehabe verschiedener Lokalgrößen.
17:58
@6
Nee Messerjocke zuerst wurde die Klinkerwüste erstellt.
Der Bauherr hat danach (unabhängig von der Umgestaltung) das Grundstück gekauft. Die üblichen Verdächtigen waren nicht eingeweiht, obwohl jetzt so getan wird, alsob sie es auf ihre Fahnen schreiben könnten. Theo, Jürgen und Willibrord wurden vor vollendete Tatsachen gestellt.
Lies Dir im Kleveblog den Beitrag von Konfuzius a.D. unter Menschensuchbild durch - da stehts drin.
Konfuzius a. D. // Mai 25, 2010 at 19:06
Zwar ist kein Wahljahr mehr aber die Klever Hofschranzen aus Banken, Politik und Wirtschaft sollen sich den Ruhm nicht zuspielen können. Sie hatten keinen Einfluss und nicken nur einen Bauantrag ab. Sie sind kaum oder gar nicht informiert, und das ist auch gut so.
11:31
@Messerjoche
Das ist doch letztlich egal, wer zuerst da war. Wenn es fertig ist, dann ist es ein städtebauliches Highlight und darauf kommt es letztlich an: Auf das Endergebnis!
10:27
Kompliment an die Stadtverantwortlichen in Kleve, hier werden Probleme und Zukunft angepackt.
09:49
Bei den willfährigen Überlegungen hast Du eins vergessen, Willi, nämlich die Frage, wer eher war, das Huhn oder das Ei.
Oder glaubst Du, dass die Architekten innerhalb weniger Wochen kurzerhand dieses Chateau geplant haben ?
Da kommt eher die Vermutung hoch, dass die dort vorgelagerte Klinkerwüste als teures Bonbon für den Investor unbesonnen ausgerotzt wurde.
18:54
@ Lebhaft
Sehe ich ähnlich, leider besteht das Land aus zu vielen Dummschwätzern. Deshalb ist ein weiterer Absturz im Vergleich zu anderen Staaten -gerechterweise- vorprogrammiert.
18:39
Ich glaube, dass so ein Investment weder durch große Töne spucken, noch durch sinnloses Kommentieren herangezogen werden kann.
Das Gebäude auf dem Bild sucht in den letzten grossen Investitionen im Kreis sicherlich seines Gleichen. Ein Gebäude, in dem nicht nur die Funktionalität im Vordergrund steht, sondern auch die Architektursprache.
Das Düsseldorfer Architektenbüro HPP hat hier einen - soweit ich das hier anhand der Bilder beurteilen kann - hervorragenden hoch qualitätiven Entwurf erschaffen.
Hut ab vor den Investitionen, die es machen und nicht nur groß tönen oder sinnlos kommentieren.