„Zeichen des Aufbruchs“

Großer Bahnhof bei der Grundsteinlegung.
Großer Bahnhof bei der Grundsteinlegung.
Foto: NRZ
Was wir bereits wissen
Grundsteinlegung für die Kindertagesstätte „Storchennest“. Sie ist die erste Einrichtung im Kreis Kleve in Trägerschaft der Arbeiterwohlfahrt

Kranenburg..  Noch braucht es etwas Phantasie, bald schon aber soll da, wo jetzt noch Mauern hochgezogen und Fundamente gegossen werden, das „Storchennest“ eröffnet werden. „Bunt und hell und mit einem großen Garten“, versprach die Awo-Vorsitzende Bettina Trenckmann.

Projekt hat viele Väter

Dieses Projekt hat viele Väter. An seiner Realisierung arbeiten oder sind beteiligt: der Kreisverband der Arbeiterwohlfahrt, der private Investor Verfers, Architekt Theo Braam, der Kreis Kleve als Jugendhilfeträger, die Gemeinde Kranenburg und nicht zuletzt viele Handwerker. Gestern war Grundsteinlegung für die neue Kindertagesstätte „Storchennest“ am Elsendeich.

Neben den offiziellen Gästen hatten es sich auch Kinder und Eltern nicht nehmen lassen, an diesem alten Brauch teilzunehmen und ihn mit einem selbst gedichteten Lied zu begleiten. „Wir haben Kitas in drei Kranenburger Ortschaften“, wandte sich Bürgermeister Günther Steins an die zukünftigen kleinen Bewohner der Einrichtung, „aber keine wird so neu und so schön wie die, die jetzt hier gebaut wird.“ Neben einem privaten, einem kirchlichen und einem Elterninitiativ-Kindergarten habe Kranenburg in Kürze nun auch einen, den die Arbeiterwohlfahrt betreibe. „Vielfalt“, so Steins, „ist unsere Chance.“

Die Kita – die Fertigstellung ist für Anfang Oktober geplant – soll zweigruppig geführt werden und verfügt auf einer Ebene über eine Nutzfläche von 410 Quadratmetern. Die Einrichtung in Kranenburg ist die erste im Kreis Kleve in Trägerschaft der Awo. Eine weitere in Goch soll bald folgen. Landesweit betreibt die Awo damit 2221 Einrichtungen für Kinder.

Zum Hintergrund: Um die Trägerschaft hatte sich die Awo beworben, nachdem die Lebenshilfe diese – auch im Zuge des Streiks der Erzieherinnen im vergangenen Frühjahr – aufgegeben hatte (NRZ berichtete). Sie hätte in das bestehende Gebäude in unmittelbarer Nachbarschaft zum entstehenden Neubau investieren müssen. „Das war aus finanziellen Gründen nicht zu verantworten“, sagt Landrat Wolfgang Spreen, vor allem mit Blick auf die derzeit in Materborn entstehende Wohnanlage. Dort investiert die Lebenshilfe rund elf Millionen Euro. „Hoffentlich“, wünscht er der neuen Einrichtung, „wird hier alles so schön, wie es sich alle Beteiligten vorstellen.“ In jedem Fall aber sei der Bau ein „Zeichen des Aufbruchs“ und zeige, dass alle sich sehr engagieren.

„Wir haben unsere Bereitschaft zu einer Trägerschaft für eine Kita auch zuvor immer wieder bekundet“, erinnert Awo-Geschäftsführer Viktor Kämmerer an das Engagement seines Verbandes.

NRZ wird eingemauert

Gestern nun packten Architekt und Investor nach alter Sitte eine Zeitung (die aktuelle NRZ), Münzgeld und eine Kopie des Bauplans in die Rolle, die später eingemauert wurde. Bettina Trenckmann ergänzte die Gaben um ein Awo-Emblem, die Kinder steckten noch selbst gemalte Bilder hinein. Später wird eine Marmorabdeckung die Stelle sichtbar machen, an der der Behälter eingemauert wurde.