Zehn Millionen für ein Ärztehaus
05.10.2010 | 18:43 Uhr 2010-10-05T18:43:00+0200
Kleve.Heimat bleibt Heimat. Daran ändert auch ein Umzug nichts. Willi Verhuven lebt zwar schon lange nicht mehr in Kleve. Der Alltours-Gründer weiß aber noch, wo er her kommt.
„Das erste Reisebüro war ja am Kleinen Markt, also oben an der Kirchstraße“, sagt er, „wenn ich mal dort bin, denke ich schon mal an die Anfänge zurück.“
In Zukunft könnte Verhuven öfter nach Kleve kommen. Er investiert rund zehn Millionen Euro in die Baulücke zwischen Grabenstraße und Opschlag. Dort wird ein Ärztehaus mit verschiedenen Praxen, einer Apotheke, Physiotherapie mit ambulanter Reha und kleinem Fitnesscenter, drei Wohnungen im Obergeschoss und Platz für Gastronomie und 60 Parkplätzen in der Tiefgarage entstehen. Im November sollen die Bauarbeiten beginnen.
Die Stadt kann von dem Projekt nur profitieren. Nach Verhuvens Wunsch sollen die Arbeiten vorwiegend durch Unternehmen aus der Region entstehen, neue Arbeitsplätze in den Arztpraxen dürften geschaffen werden, durch Umsätze werden Steuern in die Stadtkasse fließen und die Fachärzteversorgung für die Bürger könnte sich verbessern.
„Kleve bietet optimale
Voraussetzungen“
Ein Bekenntnis Verhuvens zur Heimat? „Ich bin Investor und entscheide geschäftliche Angelegenheiten rational“, sagt der Alltours-Chef, „Kleve bietet optimale Voraussetzungen für die Umsetzung des Projekts. Bei der Entscheidung waren meine Ortskenntnisse von Vorteil.“ Interesse am Ärztehaus hatten auch andere Städte angemeldet, Kleve erhielt schließlich den Zuschlag. „Das Engagement Kleves sprach für die Stadt“, sagt Alltours-Sprecher Stefan Suska.
Die Idee für den Bau kam Verhuven durch die Finanzkrise. In Zeiten von Währungsturbulenzen sei es besser, Geld in beständige Werte anzulegen.
„Die demographische Entwicklung macht vor Kleve nicht Halt“, sagt Verhuven, „auch hier gibt es immer mehr rüstige Pensionäre. Die werden älter und das bei guter Gesundheit. Die Nachfrage nach hochwertigen medizinischen Leistungen wird also in Zukunft noch steigen.“ Die Investition von rund zehn Millionen Euro erfolgte also nicht aus reiner Heimatverbundenheit, sondern rationaler Überlegung eines Geschäftsmannes. Und trotzdem freut Verhuven die Zustimmung, die sein Projekt genießt.
09:45
Da kann man Willi Verhuven nur absolut Recht geben, in Kleve investieren lohnt sich!