Zählen Sie Schmetterlinge

Wohl der prächtigste Tagfalter bei uns, der Schwalbenschwanz
Wohl der prächtigste Tagfalter bei uns, der Schwalbenschwanz
Foto: NABU-Naturschutzstation Nabu Kranenburg
Was wir bereits wissen
Noch bis Ende Juli kann sich jeder beteiligen. Citzen Science nennt man solche Ansätze, zur wissenschaftlichen Untersuchung Bürger einzubeziehen.

Kreis Kleve..  Butterflies - so nennt man in England wohlklingend die Schmetterlinge. Die deutsche Übersetzung klingt ein bisschen ranzig und nach Ungeziefer: Butterfliegen. Der Schönheit und Anmut vieler Arten dieser Insektengruppe wird man damit nicht annähernd gerecht. Was uns die Briten aber auf jeden Fall immer wieder auf schöne Art vormachen, das ist die Einbeziehung breiter Bevölkerungsschichten bei der Erfassung und Beobachtung von Tieren und Pflanzen.

So hat beispielsweise auch die „Stunde der Gartenvögel“ ihr Vorbild in England. Dort engagieren sich viel mehr Menschen als bei uns bei der Zählung von Vögeln, Blumen oder Käfern. Dort gibt es beispielsweise den so genannten Beetle-Bog. Das ist eine Zählmethode, bei der man sich ein hartes Kärtchen an die Autofront anbringt. Nach der Fahrt über eine bestimmte Strecke werden dann die Käfer und andere Insekten ausgezählt, die sich auf der Karte finden - und mit der gefahrenen Strecke gemeldet. So hat man zum Beispiel herausgefunden, dass es über die Zeit immer weniger Insekten in der Landschaft gibt.

Citzen Science nennt man solche Ansätze, Wissenschaft unter Einbeziehung und Mithilfe von Bürgern. Eine tolle Sache, weil man damit natürlich auch das Interesse der Leute weckt und das Bewusstsein für Natur und Umwelt aufrecht erhält.

Nun gewinnt diese Idee auch in Deutschland immer mehr Freunde und Anhänger. Zurzeit läuft gerade eine breit angelegte Aktion zur Erfassung von Schmetterlingen. Noch bis Ende Juli kann sich jeder der dazu Lust hat beteiligen. Es geht darum, an einem selbst ausgewählten Platz für eine bestimmte Zeit Schmetterlinge zu entdecken, die Art zu bestimmen und das Ergebnis mitzuteilen. Das macht Spaß und ist eine schöne Beschäftigung für die ganze Familie, bei der alle auch noch eine Menge lernen können.

Auf der Homepage des NABU ist genau beschrieben, wie es geht und wo man die Ergebnisse melden kann. In den Zeitungen wurde auch schon darüber berichtet.

Schmetterlinge zählen zu den Sympathieträgern in der Tierwelt. Sie haben zwar kein Fell, können nicht singen und sammeln keinen Honig, aber trotzdem sind sie oft so hübsch, dass man nicht umhin kommt, sie irgendwie zu mögen oder gar zu bewundern. Gerade unter den Tagfaltern haben wir mit dem Tagpfauenauge, dem Kleinen Fuchs, dem Admiral oder dem Zitronenfalter ein paar sehr schöne Arten in unserer heimischen Fauna.

Viele Arten können sich aber auch in kurzer Zeit rasant vermehren, die Raupen fressen dann gerne auch an Nutzpflanzen oder an Bäumen und können großen Schaden auf Kulturen oder im Wirtschaftsforst anrichten. Deshalb werden Schmetterlinge oft massiv bekämpft.

Schädlingsbekämpfungsmittel unterscheiden dann aber nicht, ob ein vermeintlich schädlicher Kohlweißling oder ein mittlerweile selten gewordener Schwalbenschwanz getroffen wird. Zudem wird unsere Landschaft ja auch immer ärmer an Blumen. Kaum noch naturnahe Wegränder, nur selten schöne Waldsäume. Wiesen und Weiden mit vielen Blumen und vielen Faltern sieht man kaum noch.

Also, suchen Sie sich ihren Beobachtungsplatz gut aus, der Garten oder ein Park in der Nähe? Schmetterlinge lieben Sonne und schönes, ruhiges, warmes Wetter.