Wogen glätten sich langsam
07.04.2009 | 11:43 Uhr 2009-04-07T11:43:00+0200Ernennung von Bettina Paust noch im April.
Bedburg-Hau. Es gibt sie wieder – die Lichtstreifen am Horizont: Dr. Bettina Paust kann wohl endlich damit rechnen, dass sie noch vor Monatsende zur künstlerischen Direktorin des Museums Schloss Moyland ernannt wird. Diese Stelle ist seit Jahren vakant.
Bettina Paust hat bereits vor Monaten ein Konzept für die weitere Arbeit des Museums vorgelegt, dessen Professionalität die Stifter überzeugte. Dass es bis heute mit der Ernennung trotz eines einstimmigen Vorstandsbeschlusses nicht klappte, scheiterte an finanziellen Fragen. Das Land hat seit drei Jahren jeweils pro Jahr 200 000 Euro für die Museumsarbeit auf Eis gelegt. Geld, das für Ausstellungen, Publikationen etc. fehlte. Und Geld, das jetzt offensichtlich doch gezahlt werden soll.
Denn mit ihrem Konzept will Bettina Paust neue Wege gehen. Einer davon ist eine Änderung der Hängung. Ob sie sich endgültig von der umstrittenen „Petersburger Hängung” verabschieden will, wollte Bettina Paust auf Nachfrage weder bestätigen noch dementieren. Nur soviel: „Es ist ein wichtiger Schritt, dass die Stiftungspartner sich auf einen gemeinsamen Weg in die Zukunft begeben.”
Und diese Zukunft beinhaltet für die Umsetzung ihres Konzeptes stufenweise die Zahlung einer sechsstelligen Summe durch das Land. Kreis und Gemeinde wollen sich ebenfalls zusätzlich finanziell engagieren – wie bisher auf freiwilliger Basis.
Wobei Franz Rudolf van der Grinten, Sprecher der Sammlerfamilie, die eingefrorenen 600 000 Euro ebenfalls nachträglich einfordern will – falls das Land in dem Punkt unnachgiebig bleibe. Die Stiftung habe eine juristische Prüfung in Auftrag gegeben. Ergebnis: „Wir können Rechtsmittel einlegen”, weiß van der Grinten.
Apropos juristische Prüfung: Die Stiftung hat die Ansprüche von Eva Beuys und ihren Kindern, die über ihren Anwalt Dr. Gerhard Pfennig die Herausgabe von Werken und die Verlagerung des Beuys-Archivs gefordert hatten, juristisch prüfen lassen – von dem Kölner Rechtsanwalt Dr. Rainer Jacos, einem renommierten Fachmann auf dem Gebiet des Urheber- und des geistigen Eigenturmsrechts.
Der Anwalt kommt zu dem Ergebnis, dass sämtliche Werke und das Archiv im Eigentum der Brüder van der Grinten waren und von ihnen rechtswirksam der Stiftung übertragen wurden.
Alle übrigen Vorwürfe von Eva Beuys werden ebenfalls zurückgewiesen. Das bezieht die Behauptung von Eva Beuys mit ein, sie sei bei der Gründung der Stiftung nicht gefragt und nicht zugezogen worden. Das Gegenteil sei laut Peter Landmann, Vorstandssprecher der Stiftung, der Fall. Ihr seien außerdem Beteiligung an der Stiftung oder eine Mitwirkung im Stiftungsgremium angeboten worden. Genau dieses Angebot dürfe nicht mehr wiederholt werden, findet Franz Rudolf van der Grinten. Auf Grund der unliebsamen Erfahrungen mit Eva Beuys sei das „vollkommen ausgeschlossen”.
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