Wisseler See wird erweitert

Mehr Kies und Lehm kann der Wisseler See hergeben.
Mehr Kies und Lehm kann der Wisseler See hergeben.
Foto: NRZ
Der Kalkarer Bauausschuss stimmte für Änderungen bei der Abgrabung.Die Mühlenstraße soll verschwinden – dafür muss eine neue Straße gebaut werden

Kalkar-Wissel..  Wenn es um das Thema Kiesabgrabung geht, sind die Ohren der Regionalpolitiker meist stark gespitzt. „Flickenteppich“, „Schweizer Käse“, „Wasserwüsten“, sind Begriffe, die reflexartig fallen, wenn auf der Tagesordnung die Abgrabungsgenehmigung für ein Kieswerk steht. In Kalkar-Wissel wird seit Jahrzehnten abgegraben und auch hier drängt die Politik darauf, möglichst keine weiteren Flächen mehr in Anspruch zu nehmen. Im Bauausschuss wurde daher jetzt über eine Vertiefung der Abbausohle diskutiert: von vier Meter auf 5,50 Meter Tiefe. „Das ist ein schonender Verbrauch von Fläche“, sagte Bürgermeister Gerhard Fonck im Ausschuss.

Zwei Millionen Kubikmeter Sand

Für die Abgrabung des Wisseler Sees in der Nähe des Wunderlandes Kalkar (Mühlenstraße) liegt bereits eine Genehmigung vor. Das Unternehmen Putman möchte nun die Abstandsflächen auf zehn Meter reduzieren, eine kleine Insel entfernen und anderthalb Meter mehr Kies abgraben. Insgesamt sollen so zwei Millionen Kubikmeter Sand und 35 000 Kubikmeter Lehm zusätzlich gewonnen werden. Zu einem späteren Zeitpunkt soll auch die Mühlenstraße entfernt werden. Sie verbindet jetzt den Ort Wissel mit der Zufahrt zum Wunderland Kalkar. Die Politik in Kalkar möchte, dass spätestens mit Beginn der Abgrabung südlich der Mühlenstraße die vorhandene Fußwegeverbindung zwischen Mühlenstraße und dem südlichen Rand des Wisseler Sees eine neue Straße errichtet wird.

Die Kalkarer Stadtverwaltung sieht in dem Vorhaben von Putmann keine Gründe, die dagegen sprechen. Und auch CDU und SPD teilten im Ausschuss mit, dass sie die Abgrabung positiv sehen: „Wir begrüßen es, die vertikale Nutzung zu fördern, um nicht weitere Flächen zu verbrauchen“, sagte SPD-Fraktionschef Jochem Reinkens. Was die Gestaltung der Randbereiche der Seen angehe, handele der Unternehmer bislang vorbildlich, so Reinkens. Willibald Kunisch (Grüne) hat seine Probleme mit den Plänen. Von einer Brückenverbindung zwischen See 1 und See 4 (siehe Grafik) sei keine Rede mehr. „Hier geht es nur um die Gewinnmaximierung eines Unternehmens“, ärgerte er sich. Die Stadt habe kein geeignetes Strukturkonzept für die Zukunft der Seenlandschaft. Das vorhandene Konzept, welches von Putman finanziert worden ist, sei für Kalkar ein „Armutszeugnis“, so Kunisch.

Der Bauausschuss stimmte mit 7 Stimmen für die Änderungen. Es gab eine Gegenstimmen und drei Enthaltungen von Mitgliedern des Forums.