„Wir werden uns daran gewöhnen“

Lekker winkelen in Kleve: Zwei Holländern kaufen groß ein.
Lekker winkelen in Kleve: Zwei Holländern kaufen groß ein.
Foto: NRZ
Was wir bereits wissen
Laufen die Niederländer Sturm gegen die Einführung einer Maut auf deutschen Autobahnen und Bundesstraßen? Eine NRZ-Umfrage im Grenzgebiet zeigt: Richtiger Protest sieht anders aus

Euregio Rhein-Waal..  Frans Nannings kann noch herzlich darüber lachen: „Ach wissen Sie“, sagt er, „meine Frau achtet doch nicht aufs Geld. Da machen die zehn Euro für die deutsche Straßenmaut auch nichts mehr aus.“ Der sympathische Niederländer aus Mook ist nun 80 Jahre alt und er geht immer noch gerne mit seiner Frau in Kleve einkaufen und bei Café Wanders ein Tässchen Kaffee trinken. „Ich werde wegen der Maut sicherlich nicht meine Besuche nach Deutschland einschränken“, sagt Nannings. „Aber eines ist ganz sicher: Für die Grenzregion ist das eine schlechte Sache.“

Auch wenn er persönlich Verständnis für die Mauteinführung aufbringen kann, sieht er doch die Entwickung in der Region gefährdet: „Ich denke schon, dass der Rewe-Markt in Kranenburg das ganz schön merken wird. Für den täglichen Einkauf werden jetzt doch einige nicht mehr nach Kranenburg fahren. Vielleicht hat das auch den Vorteil, dass wir künftig das Benzin wieder in Holland kaufen und nicht mehr so viel durch die Gegend fahren.

Auch Theo Giesbers aus Groesbeek sieht die Maut gelassen: „Ich glaube nicht, dass das große Effekte haben wird. Zu Beginn wird das eine Umstellung sein, aber man wird sich daran gewöhnen. Ich denke, dass die Leute, die regelmäßig in Kranenburg einkaufen und tanken, sich schon ganz genau ausgerechnet haben, ob es sich lohnt, über die Grenze zu fahren. Es wäre natürlich schön, wenn der Einzelhandel in Groesbeek profitieren könnte“

Peter Scholten ist Autohändler in Millingen aan de Rijn. „Grundsätzlich halte ich es für lächerlich, dass wir uns in Europa gegenseitig so das Leben schwer machen. Ich glaube aber nicht, dass die Maut einen großen Einfluss auf den Grenzverkehr haben wird. Ich werde ganz gewiss deswegen nicht weniger nach Kleve fahren. Und ganz ehrlich: Wenn die Polizei im Kreis Kleve auf Zack ist, kontrollieren sie nicht und folgen dem Grundsatz: „Hören, sehen und schweigen.“