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Kommunalwahl

Wir stellen vor: Den FDP-Landratskandidaten Dietmar Gorißen

11.08.2009 | 18:10 Uhr

Kreis Kleve. Dietmar Gorißen ist Vorsitzender der FDP-Kreispartei und seit 2009 Kreistagsfraktionsvorsitzender. Wesentliche Themen sind für ihn die Forderung nach Transparenz politischer Vorgänge auf Kreisebene sowie die Schaffung von Arbeitsplätzen. Ein Interview.

Warum sollte der Bürger Sie zum Landrat wählen?

Weil das ein echter Hingucker wäre: erstmals in der Geschichte des Kreises Kleve stellt die FDP den Landrat. Das wäre ein Signal für viele Menschen, sich mit Ideen und Engagement in die Gestaltung des Kreises einzubringen.

Welche Projekte haben für Sie im Kreis Kleve Priorität?

Jedes Projekt, das hilft, eine Lebensgrundlage im Kreis Kleve zu bewahren oder zu schaffen. Wohlstand und Wohlgefühl sind entstanden durch Arbeit und Fleiß. Die Grundlagen, zu arbeiten, Werte zu schaffen und davon leben zu können, müssen geschützt, entwickelt und verteidigt werden.

Wie beurteilen Sie den Arbeitsmarkt im Kreis Kleve?

Die wichtigste Botschaft ist: Es gibt für Arbeit einen Markt. Die Vermittlungen der Agentur für Arbeit und des Kreises zeigen das eindeutig. Verlust von Arbeit ist kein unumkehrbares Schicksal. Aber: Mehr Nachfrage nach Arbeitskraft ist dringend erforderlich.

Was werden Sie unternehmen, um Arbeitsplätze im Kreis Kleve zu halten und neue zu schaffen?

Alles, was in meiner Macht steht. Udo Lattek hat fürs Fußballspiel gesagt, dass Siege durch nichts zu ersetzen sind. In unserer Gesellschaft sind Arbeitsplätze durch nichts zu ersetzen.

Mit welchen Mitteln kann und sollte der Kreis auf die Wirtschaftskrise reagieren?

Jedenfalls anders als Berlin nicht mit schuldenfinanzierten Geschenken für Aktionäre und Unternehmen. Bei 3.000 MilliardenWirtschaftsleistung in Deutschland sind selbst die 300 Millionen, die insgesamt im Kreishaushalt stehen, weniger als eine Stecknadel im Heuhaufen. Sich kümmern um jedes Unternehmen und jeden Arbeitsplatz im Kreis ist nicht öffentlichkeitswirksam, mühsam, aber am Ende erfolgreich.

Der Flughafen Niederrhein entwickelt sich positiv. Gehen Sie davon aus, dass Eigentümer Buurman die Kredite in Höhe von 24,5 Millionen Euro 2010 an den Kreis zurückzahlt?

Der Flughafen Niederrhein würde sich noch viel positiver entwickeln, wenn es endlich eine bestandskräftige Betriebserlaubnis geben würde. Wieso wird eigentlich das private finanzielle Engagement nie gewürdigt? Wenn Rechtssicherheit besteht, ist der Flughafen ein normales Privatunternehmen. Der Kreis wird ausbezahlt und geht.

Wäre eine Kooperation mit dem Airport Düsseldorf aus Ihrer Sicht sinnvoll?

Inhaltlich kann ich dazu nichts sagen.

Hochschulstandort Kleve – was versprechen Sei sich davon? Wo liegen die Chancen und wo eventuelle Risiken?

Ein Hochschulstandort im Kreis Kleve ist der Erfolg schlechthin. Ich verspreche mir Motivation für Lehrende und Lernende, auch in Schulen und Betrieben, Anstöße für gesellschaftliche und kulturelle Entwicklungen, aber auch eine weitere Förderung der internationalen Zusammenarbeit.

Die Bildungslandschaft wird durch die Hochschule komplettiert. Was muss darüber hinaus im Kreis Kleve für die Bildung getan werden?

Aus-, Fort- und Weiterbildung müssen in lebenslang vor Ort erreichbare Angebote gestellt werden. Es muss ein dichtes Bildungsnetzwerk zwischen "Schulen" und Betrieben geschaffen werden. Wenn alle merken, dass sie dabei gewinnen, wird das ein Selbstläufer.

Wie sollte der Kreis auf den demografischen Wandel reagieren?

Im Kreis wurde und wird darauf reagiert, weil Demografie sich schon immer veränderte. Nur nannte das keiner so. Stets das zu tun, was Menschen nutzt, egal wie jung oder alt, ist richtig bei jeder Veränderung. Noch Geld für Gutachten und Sitzungen auszugeben, ist überflüssig.

Wie ist Ihre Position zum Thema Kiesabbau im Kreis Kleve?

Der noch amtierende Landrat und alle Fraktionen haben dazu im Kreistag einstimmig beschlossen. Erreicht werden muss ein in längerer Zeit weniger Flächen verbrauchender Abbau. Der Kies-Euro ist kein wirklich geeignetes Mittel. Da wird nur Bürgergeld in Staatsgeld umgewandelt, ohne Ende und Erfolg, siehe z.B. Soli-Zuschlag. Wer Mut hat, begrenzt die Fördermengen.

Wie kann die Landwirtschaft im Kreis Kleve zukunftsfähig gemacht werden?

Zukunftsfähig ist, wer im Wettbewerb bestehen kann. Der findet auch für die Landwirtschaft nicht regional im Kreis Kleve statt. Landwirte und Agrarunternehmen müssen selbst die Fahne in die Hand nehmen und ihre Betriebe zukunftsfähig erhalten. Politik kann bestenfalls begleiten.

Thema Agro-Business: Derzeit stehen Pläne auf Unterglasanbau für etliche Hektar im Kreis Kleve zur Debatte. Wie ist Ihre Position dazu?

Ich bin für die Realisierung von kleinteiligen Agro-Parks in verschiedenen Teilen des Kreisgebiets. Die schon vorhandenen Aktivitäten, zusätzlich kombiniert mit dem zukünftigen Lehr- und Forschungsangebot der Hochschule Rhein-Waal eröffnen hervorragende und konsequent zu nutzende Chancen.

Welchen Stellenwert hat für Sie der Tourismus jetzt und in Zukunft im Kreis Kleve?

Wer hat das noch gesagt, dass wir uns auf Dauer nicht alle gegenseitig besuchen können? In der Politik ist Tourismusförderung beliebt, da gibt es viele Ideen. Produzierende und verarbeitende Betriebe zu halten oder anzusiedeln, da muss der Fokus bleiben.

Wie stellen Sie sich den Kreis Kleve im Jahr 2020 vor?

Auch hier wird die Welt nicht auf dem Kopf stehen. Mit niederrheinischer Energie werden alle Höhen gefeiert und Tiefen überwunden sein. Das Leben wird immer noch vorwärts gelebt. Die nächste Landratswahl wird der Kandidat der FDP gewinnen.

Lebenslauf:

Dietmar Gorißen ist 51 Jahre alt, verheiratet und hat drei Kinder. Seit 1989 ist er Rechtsanwalt für Arbeits- und Sozialrecht. Der FDP gehört der Klever seit 1987 an. Er ist Kreisvorsitzender der FDP und Kreistags-Fraktionsvorsitzender. Durch Marathon und Langlauf hält er sich fit. Sein Motto: „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.”

Gaby Boch

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