„Wir sind das Bauernopfer“

Für die Fähre nach Schenkenschanz geht bald das Licht aus.
Für die Fähre nach Schenkenschanz geht bald das Licht aus.
Foto: NRZ
Was wir bereits wissen
Die Schänzer reagieren verärgert auf den Beschluss des Stadtrates, die Fähre abzuschaffen. Der Aufsichtsrat der Stadtwerke wird jetzt über Lösungen reden

Kleve..  Die Stimmung auf der Schanz ist schlecht. Marita Janssen-Arntz, Vorsitzende des Heimatvereins Schenkenschanz, kann die Abstimmung im Klever Stadtrat über die Beendigung des Fährbetriebs zwischen Düffelward und der Schanz immer noch nicht begreifen: „Die Art und Weise der Abstimmung ärgert mich. Wir haben sicherlich geahnt, dass die Fähre irgendwann mal abgeschafft wird. Aber eine so heimliche Abstimmung herbeizuführen, bei der man noch zu feige ist, die Hand zu heben, nur weil ein paar Schänzer anwesend sind, ist schon blamabel“, sagt Janssen-Arntz verärgert. Die Schänzer seien jetzt das Bauernopfer für die Sparbemühungen der Stadt.

Mit der Änderung der Fährzeiten habe man es geschafft, dass die berufstätigen Schänzer die Verbindung nicht mehr nutzen können. Die Fähre startet den Betrieb um 11.30 Uhr. „Wir fühlen uns von der Politik allein gelassen. Ich habe Herrn Rütter von der FDP noch nie hier gesehen. Er soll doch mal zu uns kommen und diskutieren, wenn er sich traut.“ Die Schänzer hätten sich in den vergangenen Monaten ruhig verhalten: „Vielleicht war das die falsche Strategie“, so Janssen-Arntz.

Der Heimatverein werde sich jetzt am Montag treffen, um über die Ratsentscheidung zu reden. „Es wird vieles mit dieser Abstimmung kaputt gemacht.“

Der Spielball liegt jetzt beim Aufsichtsrat der Stadtwerke, der über das weitere Vorgehen entscheiden muss. Der Aufsichtsratsvorsitzende Jörg Cosar (CDU) sagte gestern der NRZ, dass man sich im August mit der Frage beschäftigen werde. Er geht davon aus, dass die Autofähre noch ein Dreivierteljahr fahren wird. Der Aufsichtsrat wird jetzt über mögliche weitere Lösungen diskutieren. Eine Fuß- und Fahrradfähre wolle man ermöglichen. „Ich sehe jetzt aber auch die Schänzer in der Pflicht, Vorschläge zu machen“, so Cosar. Die geänderten Fährzeiten habe man übrigens mit den Schänzern gemeinsam besprochen.

Der FDP-Antrag habe wohl alle im Rat überrascht, sagt Jörg Cosar. Aber letztlich diskutiere man im Aufsichtsrat der Stadtwerke bereits seit fünf Jahren über eine Aufgabe der Fähre. „Jede Fahrt wird mit 20 Euro subventioniert. Da müssen wir uns schon fragen, ob wir diese Kosten den Klever Bürgern noch zumuten können.“