„Wir platzen aus allen Nähten“

Bürgermeister Gerhard Fonck mit den Schulleitern Nobert Heidemann (Hauptschule), Susanne Janßen (Gymnasium) und Elke Schmeer (Realschule)
Bürgermeister Gerhard Fonck mit den Schulleitern Nobert Heidemann (Hauptschule), Susanne Janßen (Gymnasium) und Elke Schmeer (Realschule)
Foto: NRZ
Was wir bereits wissen
Die Leiter der weiterführenden Schulen in Kalkar wehren sich gegen den Eindruck, dass ihnen die Kalkarer Schüler davon laufen. Die Anmeldezahlen seien stabil

Kalkar..  Die Leiter der weiterführenden Schulen in Kalkar lassen die in den vergangenen Tagen geäußerte Kritik (wir berichteten) an den Anmeldezahlen nicht auf sich sitzen. Gestern stellten die Schulleiter gemeinsam mit Bürgermeister Gerhard Fonck klar, dass man sowohl bei der Realschule als auch beim Gymnasium nicht von „eingebrochenen Anmeldezahlen“ sprechen könne. Im Gegenteil: „Wir platzen aus allen Nähten“, betonte Elke Schmeer, die stellvertretende Leiterin der Realschule.

Die Kritik an der Situation der weiterführenden Schulformen in Kalkar entbehre jeder Grundlage. Susanne Janßen. Leiterin des Gymnasiums, betonte, dass man in diesem Jahr 68 Anmeldungen verzeichnete. „Unsere Zahlen sind nicht eingebrochen. In den vergangenen Jahren hatten wir im Durchschnitt immer 72 Anmeldungen. Seit 1973 belaufen sich unser Zahlen zwischen 500 und 600 Schüler“, so Susanne Janßen. Sie betonte, dass Gymnasium und Realschule zwei stabile Schulformen seien und sie sehe auch für die Zukunft keinen Grund, warum das nicht so sein werde. „Überall im Land schenken die Eltern den Realschulen ihr Vertrauen. In größeren Städten werden schon gar keine Sekundarschulen mehr gegründet“, so Janßen.

Die Realschule habe in der Tat kein Schülerproblem, sagte auch Elke Schmeer. Die Schule sei eigentlich zweizügig ausgelegt, werde aber seit Jahren dreizügig genutzt. Viel mehr als jetzt könne man auch nicht mehr aufnehmen.

Die Unterstellung, dass ein Großteil der Hauptschüler nun zur Kalkarer Realschule gehe, sei einfach nicht richtig: „Es gehen nur drei Kinder mit einer Hauptschulempfehlung zur Realschule. Nicht mehr und nicht weniger. Da kann man doch nicht sagten, dass die Hauptschüler zur Realschule rüberschwappen“, ärgert sich Kalkars Bürgermeister Gerhard Fonck.

Der Umstand, dass viele Kalkarer Kinder den Weg zu anderen Schulen in den Nachbarkommunen antreten, sei immer schon so gewesen, betont Janßen. Von den 33 Kindern mit einer reinen Gymnasialempfehlung gehen 23 tatsächlich in Kalkar zur Schule. Für die 10 Kinder, die in Xanten, Rees und Goch zur Schule gehen, gebe es gute Gründe. Entweder bevorzugen sie die Gesamtschule (Goch und Xanten), sie wohnen in Niedermörmter und nutzen das näher gelegene Gymnasium in Rees oder sie vertrauen auf das besondere Profil der Schule, wie etwa die Mädchenrealschule in Xanten.

Wichtig sei jedoch, dass die Kalkarer Schulen auch eine hohe Anziehungskraft auf Schüler in den Nachbargemeinden haben. Viele Kinder kommen aus Goch, Xanten, Rees und Bedburg-Hau nach Kalkar.