„Wir müssen Vertrauen gewinnen“

Die geplanten XOX-Höfe, die im April in Kleve vorgestellt wurden.Foto.Animation: ERA+MD Architekten
Die geplanten XOX-Höfe, die im April in Kleve vorgestellt wurden.Foto.Animation: ERA+MD Architekten
Was wir bereits wissen
Das Wohnprojekt am Klever Spoykanal soll weiter laufen. Ein neuer Geschäftsführer und ein neuer Gesellschafter sollen die Millionen-Investition jetzt voran treiben

Kleve..  Mit der Inhaftierung des Kevelaerer Geschäftsmannes stellt sich auch für die Stadt Kleve die Frage: Wie soll es mit dem geplanten Wohnbauprojekt am Spoykanal weitergehen? Der Investor hatte im April 2014 ein großes Wohnungsbauprojekt auf 10 000 Quadratmetern auf dem Klever XOX-Gelände vorgestellt. Er wollte über die „Wohnen am XOX Gmbh“ 20 Millionen Euro investieren und 200 Wohnungen und 50 Büroräume errichten. Seit kurzem ist der 49-Jährige nicht mehr Geschäftsführer der Gesellschaft, ein Klever Anwalt und Unternehmensberater ist eingesprungen. In der kommenden Woche wird sich ein neuer Gesellschafter bei der Stadt Kleve vorstellen, bestätigte Kleves Baudezernent Jürgen Rauer gestern im Gespräch mit der NRZ.

Die Stadt Kleve werde sensibel darauf achten, welchen Investor man nun vor sich habe. Man wolle nicht den Anschein aufkommen lassen, dass dieses Projekt als Drogenwaschmaschine missbraucht werde. Der Investor, ein niederländischer Geschäftsmann, der nichtöffentlich auftreten möchte, wolle nun Vertrauen zur Verwaltung aufbauen, bestätigte der neue Geschäftsführer der „Wohnen am XOX-Gmbh“ – der auch nicht genannt werden möchte.

„Ich kann es nicht glauben“

„Es ist klar, dass jetzt viel Vertrauen verloren gegangen ist. Das müssen wir zurück gewinnen“, so der neue Geschäftsführer, der dem Kevelaerer Geschäftsmann als Berater zur Seite stand. Er bestätigt, dass es jetzt die Absicht sei, den in U-Haft befindlichen Geschäftsmann auch als Gesellschafter aus der XOX-Gmbh zu nehmen. Dies werde in Kürze erfolgen. Persönlich habe er eng mit ihm zusammen gearbeitet und sei aus „allen Wolken gefallen“, als er von der Nachricht hörte. „Ich kann es mir immer noch nicht vorstellen.“

Die Architektin des Projektes, Stefanie Ruffen, bestätigte der NRZ ebenfalls, dass das Projekt am Spoykanal „in keinster Weise gefährdet sei“. Es steht für sie auch außer Frage, dass dort möglicherweise Drogengelder im Spiel sein sollen: „Das ist an den Haaren herbeigezogen. Es ist in Deutschland wohl nicht möglich, ein so großes Projekt zu stemmen, ohne dass dort das Finanzamt drauf schaut“, so Stefanie Ruffen, die in erster Linie mit der Planung des Projektes betraut ist. Die Finanzierung werde „ganz normal“ über deutsche Banken abgewickelt.

Städtebaulicher Vertrag

Das Bauamt der Stadt Kleve hält weiter an der Bauleitplanung fest, basierend auf der bisherigen Planung, die die Architektin Stefanie Ruffen vorgelegt hat. Die Stadt erstellt derzeit auch einen „städtebaulichen Vertrag“ zum Bauprojekt auf, um die architektonische Qualität des Projektes zu gewährleisten. „Aus unserer Sicht ist der Vertrag fertig“, sagte Jürgen Rauer. Der städtebauliche Vertrag werde dann mit der „Wohnen am XOX GmbH“ geschlossen.

„Das ist ein auch gestalterisch ambitioniertes Projekt – alle Beteiligten sind daran interessiert das Projekt umzusetzen“, sagte Architektin Stefanie Ruffen.