„Wir müssen noch besser werden“

Ulrich Wolken sprach beim Neujahrsempfang der Volksbank an der Niers.
Ulrich Wolken sprach beim Neujahrsempfang der Volksbank an der Niers.
Foto: NRZ
Was wir bereits wissen
Die Volksbank an der Niers freut sich über „ein richtig gutes Jahr“. Doch die neuen Brüsseler Bankvorgaben werden zur Belastung fürs Geschäft

Goch..  Die neuen Vorgaben aus Brüssel könne er so gut leiden wie ein Besuch beim Zahnarzt oder das Wetter der vergangenen Tage. Ulrich Wolken, Vorstand der Volksbank an der Niers, machte gestern beim Neujahrsempfang im Kastell keinen Hehl daraus, dass sein Geldinstitut in den kommenden Jahren mit geringeren Gewinnmargen leben muss und höheren Kosten. „Wir müssen noch besser werden“, sagte Wolken gestern vor gut 300 geladenen Gästen in Goch.

Die Anforderungen an das Kreditgeschäft werden schärfer: Stresstest, Sicherungsfonds, besser geschultes Personal. Auch eine kleine Volksbank muss mit den gleichen Vorgaben leben, wie sie eine Großbank verkraften muss.

Gestiegene Bankeinlagen

Insgesamt sei das vergangene Jahr für die Volksbank an der Niers ausgesprochen positiv verlaufen: „Das war noch einmal ein richtig gutes Jahr“, sagte Wolken. Die Bilanzsumme sei um 4 Prozent auf 2,151 Milliarden Euro gestiegen – und das nicht durch puschende Bank zu Bank-Geschäfte, sondern ein Wachstum der Kundeneinlagen, betonte Wolken. Auch die Einlagen der Volksbankkunden seien gewachsen: Um 5,3 Prozent auf 1,551 Milliarden Euro. „Die Kunden vertrauen auf unser Geschäft“, sagte Wolken. Die Volksbank würde dort investieren, wo die Unternehmer auch die Märkte kennen: „Wir sind die Nummer 1 in der Region und wir haben weiteres Potenzial für weiteres Wachstum.“

Der Erfolg des vergangenen Jahres mache das Unternehmen stolz, „aber nicht übermütig“, so Wolken. Es sei gerade jetzt wichtig, weiter in die Qualifikation des Personals zu investieren. Denn: „Wir brauchen immer mehr Spezialisten. Banker, die von allem ein bisschen können, reicht Ihnen nicht mehr“, sagte er vor den Unternehmer und Bankkunden aus der Region. „Was wir aber nicht wollen ist ein billiges Heer von Beratern, eine Armada von Klinkenputzer.“ Aktuell arbeiten 462 Menschen für die Volksbank an der Niers, darunter sind 42 Auszubildende und 122 Teilzeitkräfte.

Die Wünsche der Kunden hätten sich in den vergangenen Jahren deutlich verändert. Mittlerweile nutzen 50 Prozent der Privatkunden das Online-Banking und 80 Prozent der Firmenkunden tätigen ihre Bankgeschäfte direkt vom Betrieb aus. Wolken kündigte an, verstärkt in das Online-Angebot zu investieren und in spezialisierte Beratungsleistungen.

Eine Hauptaugenmerk gelte dem Gesundheitswesen. „Gerade diese Branche ist existenziell für die Menschen in unserer Region“, so Wolken. Seine Bank wolle intensiver mit Ärzten zusammenarbeiten und damit einen Beitragen gegen den Ärztemangel leisten.