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„Wir gehören allen Bürgern“

21.01.2015 | 10:00 Uhr
„Wir gehören allen Bürgern“
Im Gespräch: Thomas Müller, Georg Fahrenschon und Andreas Franik.

Goch.   Ins Kastell lud die Verbandssparkasse Goch-Kevelaer-Weeze Montagabend zum „Bürgerdialog“ über die „Sparkasse der Zukunft“ mit Präsident Fahrenschon

Wenn schon einmal der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes, Georg Fahrenschon, sich die Sparkassenwelt Gochs anschauen will – und abends mit gut 300 Bürgern zum Dialog über die Zukunftssicherheit des eigenen Notgroschens ins Kastell lädt – dann lässt sich auch noch ein Pressetreffen vorneweg veranstalten. So plauderten Fahrenschon und die hiesigen Akteure der Verbandssparkasse Goch-Kevelaer-Weeze – darunter dessen Vorstandsvorsitzender Thomas Müller, Vorstandsmitglied Stefan Eich und Pressesprecher Jochen Rademacher – aus dem Nähkästchen, über ihr Geheimrezept und die sich rapide ändernde Finanzsituation auf Weltebene.

Von Goch nach Davos

Das Geheimrezept ist rasch erzählt: lokal Spargroschen einsammeln, nicht damit spekulieren, sondern sie wieder in die hiesige Wirtschaft investierbar machen. „Unsere Dividenden fließen alle in die Region zurück“, fasst Müller zusammen, „egal was wir tun, es kommt den Menschen hier zu Gute. Wir gehören allen Bürgern.“ Pro Bürger flossen letztes Jahr doppelt so viele Spenden an Vereine usw. zurück, als bei „den besten anderen“, sagt Müller und spricht dabei das Wort Volksbank gar nicht erst aus. Die Einlagen seien um 6,7 % gewachsen, die Kundenkredite um 5,6 % und mit der hiesigen Sparkasse seien deren Kunden zu 97 % mit den Abstufungen von „gut bis ausgezeichnet“ zufrieden (ermittelt in einer eigenen Studie). Eine Komplettbilanz referiert Müller nicht, sondern lässt den höchsten Repräsentanten der Verbandsorganisation zu Wort kommen.

„Eine spannende Woche“ erwarte ihn, sagt Fahrenschon: Montag in Münster diskutierte er mit dortigen Kreissparkassenvertretern, Dienstag mit Gocher Bürgern, Mittwoch mit allen Landesbankenvorständen, dann geht’s zum Weltwirtschaftsgipfel nach Davos. Sein Wochenauftakt in Goch (das „klein aber oho“ sei) widmet Fahrenschon dem „Sparen in Zeiten niedrigster Zinsen“.

Denn auch in Zeiten turbulenter Finanzmärkte sei es gesetzlicher Auftrag der Sparkasse, den Sparwillen zu fördern (zudem sind sie dem Gemeinwohl verpflichtet und sollen die Kreditversorgung der Unternehmen im Geschäftsgebiet sichern). Entsprechend kritisiert Fahrenschon die „Bestrafung der Sparer“, wenn Banken Zinsen auf Guthaben erheben: „Ich weiß, dass die Sparkassen alles dafür tun werden, um negative Zinsen zu vermeiden.“

Strafzinsen aufs Guthaben, der Schweizer-Franken-Kurs im freien Fall, die Wechselkurspolitik der Europäischen Notenbank ... kein finanzpolitisches Weltthema wird ausgelassen. Die Antwort darauf ist für Fahrenschon klar: „Wir müssen Signale der Stabilität senden.“ Sparen lohne sich und es sei besser etwas auf der hohen Kante zu haben, auch heutzutage.

Entsprechend sei der Beratungsbedarf gestiegen.

Anne Wohland

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http://www.derwesten.de/staedte/nachrichten-aus-kleve-und-der-region/wir-gehoeren-allen-buergern-id10256995.html
2015-01-21 10:00
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