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Tourismus

Wir brauchen jemanden, der Ideen umsetzt

19.02.2010 | 17:56 Uhr
Wir brauchen jemanden, der Ideen umsetzt

Kranenburg. Kontroverse Diskussion in Kranenburg um die Einstellung eines Touristikers. Bürgermeister Steins: „Ich will einfach nicht noch mehr Personal einstellen.”

„Ich will einfach nicht noch mehr Personal einstellen.” So kommentiert Kranenburgs Bürgermeister Günter Steins die politische Debatte um Einstellung oder Nicht-Einstellung eines Touristikers durch seine Gemeinde. Während sowohl CDU als auch SPD im Rat der Gemeinde sich dafür aussprechen einen professionellen Touristiker die Vorzüge und Angebote der Kranichgemeinde vermarkten zu lassen, hält der Verwaltungschef dagegen. „Das belastet den Haushalt über Gebühr.” Das Geld für ein solches Angebot müsse aus dem Tourismus zurückfließen, stellt Steins klar. „Natürlich wäre ein Touristiker von Vorteil, aber er muss auch bezahlbar sein.”

Touristischer Berater im alten Bahnhof

Steins schlägt eine Alternative vor: Im kommenden Jahr läuft der Pachtvertrag des Nabu für den alten Bahnhof aus. „Ich könnte mir eine Änderung der derzeitigen Bedingungen vorstellen.” So könnte nach der Überlegung des Bürgermeisters dort zukünftig eine Art touristischer Berater seinen Arbeitsplatz einnehmen – die Ausstellung im Bahnhof würde weiterhin vom Nabu betreut. Zusätzlich jedoch wäre der Bahnhof Anlauf- und Infostelle der Gemeinde für Touristen. „Entstehende Personalkosten könnte man über Mieteinnahmen aus dem Bahnhof kompensieren”, meint Steins.

Dabei stehe Kranenburg touristisch betrachtet ganz gut da – auch ohne Touristiker. Im vergangenen Jahr waren rund 66 000 Besucher in der Gemeinde. Und: „Wir haben Zuwächse zu verzeichnen”, weiß Steins. Zu den Projekten zählen unter anderem die Draisine, das kleine Hotel in der Kranengasse und der Ausbau des Museums Katharinenhof. „Wir vor Ort müssen die Produkte kreieren, die dann im großen Umkreis etwa vom Tourismusprojekt 2-Land vermarktet werden können.” Das, so Steins, sei effektiv für Kranenburg. Im Übrigen halte er es für sinnvoller auch weiterhin mit Kleve Marketing oder dem niederländischen rbt KAN (Regionalbüro für Tourismus im Raum Nimwegen – Arnheim) zusammen zu arbeiten. „Wir brauchen niemanden, der Ideen hat, sondern jemanden, der sie umsetzt.”

Explodierende Nachfrage

Ganz anders sieht dies die CDU-Fraktion. „Aufgrund der explodierenden Nachfrage halten wir es für notwendig, professionelle Strukturen in diesem Bereich zu errichten”, meint der Fraktionsvorsitzende Joachim Janßen. Seine Partei teilt die Annahme des Bürgermeisters nicht, dass mit der Einstellung eines Touristikers eine fatale Entwicklung für Kranenburg eingeläutet werde. Janßen: „Die Gemeinde soll aber nicht nur Geld dafür ausgeben, sondern auch Rückflüsse für Einzelhandel und Arbeitsmarkt erzielen.” Ein hauptamtlicher Touristiker, da ist sich die CDU sicher, wäre mehrere Jahre mit der Erarbeitung eines Konzepts beschäftigt.

Claudia Gronewald

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