Windrad soll Klärwerk unterstützen

Die Wirkung der Windenergieanlage auf Salmorth (Markierung 1). Standort: Kupferner Knopf.
Die Wirkung der Windenergieanlage auf Salmorth (Markierung 1). Standort: Kupferner Knopf.
Foto: NRZ
Was wir bereits wissen
Im Klever Stadtrat wurden von der USK die Pläne für eineneue Windenergieanlage auf Salmorth vorgestellt.

Kleve..  Lange ist es ruhig gewesen um die Entwicklung neuer Standorte für Windenergieanlagen in Kleve. Jetzt stellte die Stadtverwaltung in der jüngsten Ratssitzung die Entwürfe für ein Windrad am Klärwerk auf Salmorth vor. Die Umweltbetriebe der Stadt Kleve (USK) wollen hier schätzungsweise vier Millionen Euro in eine 150 Meter hohe Anlage investieren. USK-Geschäftsführer Rolf Janssen sagte, dass man mit dieser Anlage die Stromversorgung des Klärwerks sichern wolle. Dadurch erreiche man mindestens einen Wirkungsgrad des Windrades von 80 Prozent. Janssen geht davon aus, dass die Investition eine jährliche Rendite von drei bis vier Prozent abwirft.

Sollte das Windrad realisiert werden, möchte die USK auch ein Pumpwerk anschließen und eine neue Klärschlammtrocknung bauen. Damit würde man den Wirkungsgrad noch weiter erhöhen. Die Stadt Kleve hat bereits unabhängige Gutachten in Sachen Artenschutz und Umweltverträglichkeit in Auftrag gegeben. Diese kommen zum Schluss, dass diese Anlage möglich ist. Der Naturschutzbund (Nabu) hatte hingegen bereits seine Bedenken geäußert, dass die Anlage im Vogelschutzgebiet Unterer Niederrhein liegt.

300 000 Euro Ersparnis

Rolf Janssen geht davon aus, dass man das Windrad in Kleve sehr wirtschaftlich betreiben könne – weil man dem Strom selbst nutzen könne und weil das Grundstück bereits der Stadt gehört. Kämmerer Willibrord Haas rechnet mit einer jährlichen Entlastung bei den Klärwerkskosten in Höhe von 300 000 Euro.

Trotzdem wird das Vorhaben in Kleve sensibel beäugt. Bereits im Vorfeld hatte es Kritik am Standort gegeben, weil sich das neue Windrad in einer Sichtachse der historischen Parkanlagen befindet – zwischen dem Kupfernen Knopf und Eltenberg. Eine Visualisierung des Vorhabens verdeutlicht nun, dass bereits die Windkraftanlage in Brienen ins Sichtfeld gerückt ist. Ob die Wirkung des neuen Windrades als derart störend für die Parkanlagen empfunden wird, muss nun auch die Denkmalbehörde beurteilt. Letztendlich entscheidet die Bezirksregierung.