Das aktuelle Wetter Kleve & Region 12°C
Energie

Windkraft im Überschwemmungsgebiet

09.02.2011 | 20:00 Uhr
Windkraft im Überschwemmungsgebiet
Vollmond mit Windrädern. Foto: Thorsten Lindekamp / WAZ FotoPool

Kreis Kleve. Ob 15 Meter hoch oder 150, ob beschichtete Rotorblätter, ältere oder neue flüsternde Getriebe – ob die Änderung des Erlasses zur erneuerbaren Energie auch den Kreis Kleve betrifft, hängt von der Konstruktion der fraglichen Windräder ab.

128 Windräder gibt es heute. Sie haben im Jahr 2009 insgesamt 190 000 Megawattstunden elektrische Energie erzeugt - damit hätten sie Kleve mit allen Vororten ein Jahr lang mit Strom versorgen können. Für 12 Windräder laufen Anträge, gegen sieben laufen Klagen, 12 wurden abgelehnt.

Kommt auch Kranenburg wieder ins Gespräch? Bürgermeister Günter Steins hofft, nicht. „Wenn sich auch die Rechtslage ändert, die Sachlage ändert sich nicht“. Mehrheitlich beschloss die Gemeinde, als einzige im Kreis keine Vorrangflächen für Windräder auszuweisen. Ein Risiko. Sie hofft, dass Argumente den Blick auf gute Landschaft frei und dominante Energiespender fern halten. Steins fände durchaus „fünf bis sechs“ Windkrafträder am Tennisschläger/B9 gut, die die Gemeinde mit Geld be-flügeln könnten. Aber da sind Wildgänse (Zugvogel-Schutz), der rote Milan und die Fledermaus „Kleiner Abendsegler“ unterwegs. Tierschutz geht vor.

Konzentrationszone

Die Stadt Goch handelt offensiv. Sie wies im Juni 2010 für Pfalzdorf an der Landwehr 900 Hektar Konzentrationszone für Solar/Windenergie aus. Anlagen dürfen nur hier, nirgendwo anders stehen.

Für Uedem Am Lindchen käme höchstens „Repowering“ – Ersetzen alter Anlagen durch neue größere – in Betracht, „aber es liegen keine Anfragen vor,“ antwortet Thomas Kolender der NRZ.

Der Sprecher des Umweltministeriums NRW, Frank Seidlitz, begründet die Änderungen im Erlass, der jetzt bis April/Mai Kommunen und Verbänden zur Stellungnahme vorgelegt wird: „Seit 2005 bis heute wurden nur 162 Windräder in NRW gebaut“ und das Bundesland rutschte unter CDU-Regierung von Platz 3 auf Platz 9 bei regenerative Energien. Die neue Regierung will aufholen. Technologische Fortschritte beim Windrad-Bau versprechen weniger Dezibel-Belastung für Anwohner-Ohren und neue Standorte. So werden am Niederrhein künftig Rotoren auch über Überschwemmungsgebieten kreisen dürfen.

Astrid Hoyer-Holderberg


Kommentare
Aus dem Ressort
Die Dramaturgie des Gärtners
Literatur
Die NRZ-Gartenkolumne „Blatt und Blüte“ von Manfred Lucenz ist nun in abgewandelter Form als Buch im Mercator-Verlag erschienen.
Kalkar – Mehr Sachkompetenz gefordert
Politik
Kalkarer SPD hat die Weichen für die Kommunalwahl gestellt – und für die Zeit danach. Reinkens wird den Fraktionsvorsitz 2016 an Walter Schwaya abgeben
Familienfreundlich bleiben
Politik
Die Kreis-CDU stellte ihr Programm für die Kommunalwahl vor - und klopfte sich selbst auf die Schulter
Für und Wider des neuen Gemeindezentrums
Politik
Auf Anregung der NRZ diskutierten Mitglieder der Bedburg-Hauer Bürgerinitiative und Bürgermeister Driessen über den Klosterplatz
Feuerwehr fand Cannabis-Plantage
Brand
Scheune brannte. Löschtrupps stießen beim Einsatz auf auf 1800 Pflanzen. Am Abend gab’s noch einen Kellerbrand. Bewohner rechtzeitig in Sicherheit
Fotos und Videos
Schwanenburg
Bildgalerie
In luftiger Höhe
Veilchendienstagszug
Bildgalerie
Sonne und Narren
Karneval in Keppeln
Bildgalerie
Straßenkarneval