Wieder Mord in niederländischer Unterwelt
05.03.2009 | 00:05 Uhr 2009-03-05T00:05:00+0100Immobilienhändler wurde in Klever Mietwagen erschossen. Sein Name wird im Zusammenhang mit Ex-Flughafen-Investor Willem Endstra genannt.
Kreis Kleve. Er wurde „Bankier der Unterwelt” genannt und war in der Gründungsphase des Flughafens Niederrhein einer der Investoren: Willem Endstra. Der Immobilienhändler wurde 2004 vor seinem Büro in Amsterdam auf offener Straße erschossen. 2002 hatte er – wie mehrfach berichtet – 1,6 Millionen Euro auf das Flughafen-Konto überwiesen.
Letzten Dienstag kam es zu einem weiteren Mord: Wie niederländische Medien berichten, wurde der 45-jährige Peter Petersen vor einem Hotel im niederländischen Bussum von Unbekannten in seinem Auto erschossen. Den schwarzen BMW mit Klever Kennzeichen hatte er bei einer Autovermietung in Kerken gemietet. Dessen Inhaber betreibt seine Geschäfte überwiegend von den Niederlanden aus. Er habe Peter Petersen persönlich gekannt, sagte er der NRZ: „Als in den Medien über den Mord berichtet wurde, habe ich das Auto erkannt und die Polizei informiert.” Ob und welche Geschäfte der 45-jährige Immobilienhändler betrieben habe, sei ihm nicht bekannt.
Bemerkenswert ist, dass in einem der größten Unterweltprozesse der niederländischen Justizgeschichte, der im Februar in Amsterdam begonnen hat, unter anderem immer wieder die Namen Willem Endstra und Peter Petersen fallen. Endstra soll kurz vor seiner Ermordung die Polizei darüber informiert haben, dass Petersen von Willem Holleeder erpresst wurde. Letzterer wurde unter anderem wegen Erpressung zu neun Jahren Haft verurteilt. In besagtem Prozess müssen sich derzeit mutmaßliche Auftragskiller und deren Befehlsgeber für zehn Morde und etliche Mordversuche verantworten.
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