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SAKRALKUNST

Wie eine Fuge von Bach

21.08.2008 | 21:10 Uhr

Erzbischof Dr. Werner Thissen und Wolfgang Clement weihten drei neue Fenster in der St. Nicolai-Kirche Kalkar ein.

KALKAR. Es war einer der schönen Momente für Kalkar und diejenigen, die sich engagiert für ihre Stadt und deren historische Kostbarkeiten einsetzen: Der Hamburger Erzbischof und gebürtige Klever Dr. Werner Thissen und Ex-Minister Wolfgang Clement weihten gestern drei neue Fenster des Glasmalers Karl-Martin Hartmann ein. Drei der Kirchenkunstwerke, die in der Planungsphase kontroverse Diskussionen im Ort auslösten. Daran erinnerte der Fördervereinsvorsitzende Karl-Ludwig van Dornick. Dass inzwischen die letzten Skeptiker hellauf begeistert sind, brachte Kirchenführerin Gisela Mattner im Gespräch mit Künstler Hartmann gestern so auf den Punkt: „Ich bin hin und weg.” Ein Zitat, dem sich Wolfgang Clement anschließen könnte. Der Ex-Minister hat sich während seiner aktiven Zeit als Politiker in Kalkar und die St. Nicolai-Kirche verguckt. Ein Glück für Kalkar, denn als Schirmherr ist ihm die Finanzierung der 300 000 Euro teuren Kunstwerke zu verdanken Clement fungierte als „Türöffner” bei Sponsoren wie der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung und des RWE, wie es Karl-Ludwig van Dornick formulierte. Bürgermeister Gerhard Fonck fand beim Empfang im historischen Ratssaal ähnlich treffende Worte: Aus der Begeisterung für die spätgotische Kunst der Nicolai-Kirche und dem Zusammenwirken von alter und neuer Kunst habe Wolfgang Clement das ambitionierte Projekt unterstützt. Die Nicolai-Kirche sei eine der größten Kostbarkeiten des Landes, attestierte Wolfgang Clement. Der nicht verhehlte, dass ihn vor allem das Engagement der Gemeinde, der Bruderschaften und der Gilden imponiert habe: „Die Fenster sind eine Brücke zwischen der Kunst des Mittelalters und der Kunst der Moderne. Das ist mutig und überaus gelungen”. Die Fenster seien ein Zeichen für Klarheit und Verläßlichkeit und gegen Indifferenz und Lauheit. „Jedes Fenster ist wie eine Fuge von Johann Sebastian Bach: streng geordnet, aber nicht verbissen, sondern spielerisch”. Worte mit denen Erzbischof Thissen – der sich seit seiner Amtszeit als Generalvikar für die Nicolai-Kirche engagiert – in seiner Predigt bildlich und treffend die Ausstrahlung Fenster umschrieb. Wobei er einräumte, man müsse die Sprache zeitgenössischer Kunst und eben die Sprache dieser Fenster langsam erlernen, wie eine Fremdsprache. Eingebunden in die Aufforderung: „Je mehr Sie sich auf die Fenster einlassen, desto mehr können Sie Trost erfahren oder Ermutigung.”    

Gaby Boch

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Kommentare
22.08.2008
13:50
Wie eine Fuge von Bach
von Wüpping | #2

Gerade Menschen wie Mrs. und Mr. Clement gehören nicht nur in die Kirsche! Sie gehen auch tatsächlich dort hin! Vielmehr sagte der ERZ Bischof Thissen, im Zuge der Einweihung, der Mensch lebt nicht nur von Brot und Wasser alleine! die Kunst und Musika gehört dazu. Wir verdanken Menschen wie Thissen, Clement und all jenen die sich für´s Volk einsetzen sehr vieles. Gönnen wir ihnen ein bisschen mehr Vertrauen. Gäbe es Clement und so nicht, wäre unser Sozialsystem nur noch ein Erwirtschaftensystem ! Diese Menschen Denken mehr über das Wohlergehen vieler Menschen nach als mancher wahrhaben will.

22.08.2008
09:36
Wie eine Fuge von Bach
von Willi Heuvens | #1

Wer sich für die Einführung von Hartz IV und die Agenda 2010 einsetzte und immer noch dafür plädiert, gehört in keine Kirche.

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