„Wichtige Stellen bleiben unbesetzt“

Dr. Bettina Paust, künstlerische Direktorin von Museum Schloss Moyland, bedauert, dass Stellen unbesetzt bleiben.
Dr. Bettina Paust, künstlerische Direktorin von Museum Schloss Moyland, bedauert, dass Stellen unbesetzt bleiben.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Die künstlerische Direktorin Dr. Bettina Paust klagt über zu wenig wissenschaftliches Personal. Aufwendige Ausstellungen seien nicht mehr machbar

Bedburg-Hau..  Mit der Ausstellung „Der Himmel so weit – Landschaftsdarstellungen der Niederrheinlande“ hat das Museum Schloss Moyland im vergangenen Jahr nicht nur viele Besucher in seine Räume gelockt, sondern auch eine begeisterte Resonanz gefunden. Es sei denn auch, so schreibt die künstlerische Direktorin des Museums, Dr. Bettina Paust, in der gerade erschienenen 28. Ausgabe der Schriften des Fördervereins, die große Herausforderung eines jeden Museums, die Kunst, die es zeigt, nach ihrer kunsthistorischen Relevanz und künstlerischen Qualität zu hinterfragen. Hier aber beginnt das Problem.

Derzeit sind vier museale Stellen im Haus nicht besetzt. Neben der Position des stellvertretenden Verwaltungsdirektors sind es vor allem Stellen für Kunsthistoriker, die vakant bleiben. So wurden die im Frühjahr 2014 frei gewordene Stelle der stellvertretenden künstlerischen Leitung, die auch die Leitung des Joseph Beuys Archivs beinhaltete, die Stelle eines wissenschaftlichen Volontärs sowie die Position der Leitung für Museumsbibliothek und Bibliothek Beuys Archiv bislang nicht wieder besetzt. „Es wird schwieriger, mit reduziertem Personalbestand Ausstellungen zu machen“, erklärt Paust, „noch dazu wenn wichtige Stellen unbesetzt bleiben.“ Das soll sich nach ihrem Willen ändern. „Wir wollen schließlich unseren Qualitätslevel halten“, so die künstlerische Direktorin.

Hier klaffe eine Diskrepanz zwischen Anspruch und Realität, und die vakanten Stellen schränkten die Arbeitsfähigkeit der Stiftung in der Erfüllung ihrer Kernaufgaben gravierend ein. „Wir haben schließlich den Anspruch Beuys-Zentrum zu sein“, betont Paust. Außerdem: Das Museum befinde sich im Aufwind. „Wir haben viele tolle Projekte vor uns.“

Nicht äußern dazu will sich Verwaltungsdirektor Johannes Look. „Wir kommen am Samstag zu einer Vorstandssitzung zusammen, anschließend tagt auch noch das Kuratorium der Stiftung“, so Look. In beiden Gremien sei die personelle Ausstattung Thema auf der Tagesordnung.

Bettina Paust hat unterdessen die Planung des aktuellen Ausstellungsprogramms diesen derzeitigen finanziellen wie personellen Bedingungen angepasst. „Eine so aufwendige Präsentation wie „Der Himmel so weit“ wäre derzeit nicht realisierbar,“ stellt sie klar. So zeigt Moyland noch bis 26. April mit „Around the World. Farbfotografie vor 1914“ eine erweiterte Schau aus dem LVR Landesmuseum Bonn. Ab 22. März geht es in der Sammlungspräsentation Kunst.Bewegt.07 um starke Frauen. Ob Prophetinnen, Aktricen, Tierfrauen oder Mütter – Joseph Beuys hat sich in einer Vielzahl von Zeichnungen mit ihnen auseinander gesetzt. Ab 10. Mai folgt eine Ausstellung mit Werken der US-Fotografin Lori Nix. Das Jahr klingt aus mit einer druckgrafischen Schau „Aus dem Land der aufgehenden Sonne“.