Wenn Rauchwolken plötzlich brennen

Klever Wehrleute übten unter
Klever Wehrleute übten unter
Foto: privat
Was wir bereits wissen
Klever Feuerwehrleute erlebten beim „Realbrandtraining“ Flashover und Brände von 800 Grad Hitze

Kleve..  Alles, was man für eine zeitgemäße Feuerwehrausbildung braucht, findet man im niederländischen Boxmeer. Vom Einfamilienhaus bis zum mehrgeschossigen Industriegebäude kann hier alles in Flammen aufgehen. Auf dieser Trainingsanlage übten Klever Feuerwehrleute unter realen Bedingungen – „Realbrandtraining“ – an drei Tagen. Die Stadt Kleve finanziert es.

Atemschutzgeräteträger wurden erst intensiv theoretisch geschult und dann mit verschiedenen Gefahren konfrontiert: Rauchgasdurchzündungen und Flashover, gefährliche Erscheinungen bei Zimmer- und Wohnungsbränden.

Die Wehrleute erlebten, wie scheinbar harmlose „Rauchwolken“ plötzlich über den Köpfen brennen oder Zimmer innerhalb von Sekunden in den Vollbrand übergehen mit 800 Grad Hitze. Da hält keine Schutzausrüstung stand. Hier ist das richtige Handeln lebenswichtig.

Stadtbrandinspektor Jürgen Buil, Leiter des Fachbereichs Aus- und Fortbildung der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Kleve: „Nur durch die fortwährende Teilnahme an Übungen, Lehrgängen und Fortbildungen können die Feuerwehrmänner und Frauen sich den stetig wandelnden Gefahren stellen. Feuerwehr unterliegt einem ständigen Wandel.“ Geändert hätten sich Einsatztaktiken, das Vorgehen, die Geräte. „Besonders im Feuerwehrwesen nimmt der Stand der Wissenschaft, Forschung und Technik einen wesentlich höheren Stellenwert ein als vor zehn Jahren.“ Grund seien verändernde Bauweisen oder Photovoltaik auf dem Dach oder Elektroantriebe.

Marc Böhmer, Brandmeister Löschzug Kellen: „Ich bin jetzt seit zehn Jahren bei der Feuerwehr, aber was ich in den letzten beiden Tagen gelernt und erlebt habe, war beeindruckend. Ich gehe bei zukünftigen Einsätzen mit einem anderen Bewusstsein zur Brandbekämpfung vor.“ Rainer Hartmann, Unterbrandmeister Löschgruppe Reichswalde: „Auch wenn man schon öfter Zimmer- oder Wohnungsbrände mitgemacht hat, wenn man einen Flashover mal richtig miterlebt, dann ist das schon etwas anderes.“ Stadtbrandinspektor Achim Radermacher, stellvertretender Leiter Feuerwehr Kleve: „Jeder Feuerwehrmann sollte an einer solchen Ausbildung teilnehmen. Unser Ziel ist, eine solche Fortbildung nicht nur zu ermöglichen, sondern zur Pflicht zu machen“.