Weg von den Sammelunterkünften

Das Asylbewerberheim
Das Asylbewerberheim
Foto: NRZ
Was wir bereits wissen
Die Asylbewerber sollen in Kleve vermehrt in Wohnungen untergebracht werden. Bereits 50 Prozent hat die Stadt vermittelt

Kleve..  Ganz ohne die Flüchtlingsheime an der Stadionstraße und Braustraße wird es in Kleve nicht gehen. „Aber es muss unser Anspruch sein, die Menschen so weit wie möglich dezentral in Wohnungen unterzubringen“, sagte Susanne Siebert (Grüne) im jüngsten Sozialausschuss. In einem neuen Beschluss fordert die Politik die Verwaltung nun auf, dass Flüchtlinge künftig dezentral unterzubringen sind.

Privatwohnungen gesucht

In den vergangen Jahren hat sich in Kleve diesbezüglich die Situation für Asylbewerber schon deutlich verbessert. Die Stadtverwaltung und die Caritas haben es geschafft, dass 32 Familien mit insgesamt 94 Personen in Privatwohnungen untergekommen sind. Auch das städtische Gebäudemanagement (GSK) konnte zehn Wohnungen anmieten und weitere 49 Menschen unterbringen. So seien Wohngemeinschaften für Männer entstanden und in Zusammenarbeit mit der Netzgruppe Kleve habe man auch zwei alleinstehende Frauen unterbringen können.

Die Zielsetzung ist klar: Mit der Unterbringung in Wohnungen soll es den Asylbewerber leichter gemacht werden, ein „normales“ Leben zu führen. Zudem wird damit eine Ghettobildung durch Massenunterkünfte vorgebeugt. „Trotzdem werden wir auch in Zukunft nicht auf die Übergangsheime an der Stadionstraße und der Braustraße verzichten können“, sagte Thomas Mutz von der GSK. Nach der Zuweisung durch das Land müsse man schnell reagieren können, um überhaupt einen Platz für die Menschen anzubieten.

So wurde jetzt in der ehemaligen Hauptschule in Materborn (Braustraße) im Mai ein neuer Trakt eröffnet. Zurzeit leben dort 55 Männer. Sozialamtsleiterin Sonja Northing teilte mit, dass es hier am 22. Juni ab 16.30 Uhr ein Willkommensfest geben werde. Bürger und Anwohner können sich dann selbst von der Unterbringung überzeugen und mit den Asylbewerber ins Gespräch kommen.

Wohnungen sind günstiger

Bislang wurden nahezu 50 Prozent der Asylbewerber in private Wohnungen untergebracht. Im Jahr 2013 schloss die Stadt Kleve hierfür unter anderem einen Betreuungsvertrag mit der Caritas, die sich um die Wohnungssuche für Flüchtlinge kümmert. Das Asylverfahrensgesetz sieht allerdings vor, dass eine Unterbringung „in der Regel“ in Gemeinschaftsunterkünften zu erfolgen hat. Finanziell gesehen ist die Unterbringung in Wohnungen unter Strich billiger für die Stadt Kleve: Zwar ist die Grundmiete je Asylsuchenden in einer zentralen Unterkunft niedriger, aber durch die höheren Betriebskosten (Hausmeister, Reinigungsservice) sind die Gesamtkosten je Asylsuchenden in einer Wohnung wieder niedriger als im Vergleich zu den Sammelunterkünften.