Was ist die DNA von Kalkar?

Sicherlich prägend: Die Giebelhäuser und die Nicolai-Kirche.
Sicherlich prägend: Die Giebelhäuser und die Nicolai-Kirche.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Die Politik diskutiert über das Profil der Nicolaistadt. Außerhalb des Niederrheins ist die Bekanntheit Kalkars auf das Atomkraftwerk beschränkt

Kalkar..  Was gehört zu Kalkar? Woran denkt man zuerst, wenn der Name der Nicolaistadt fällt? An die Kirche? Ans Rathaus? Der Brüter? Die Landschaft? Die Gastronomie? Die politischen Vertreter der Stadt wünschen sich für Kalkar ein schärferes Profil. Seit einigen Wochen wird intensiv in Arbeitsgruppen über die Frage diskutiert, was Kalkar unverwechselbar macht. Das bisherige Motto der Stadt: „Hier lebt der Niederrhein“ wird als zu oberflächlich in Frage gestellt. Für eine bessere Vermarktung müsse man sein Profil schärfen. Dass die Nicolaistadt an ihrem Image arbeiten muss, zeigt eine kleine Umfrage der NRZ am Niederrhein, im Ruhrgebiet und im Raum Düsseldorf. (Eine Auswahl der Gespräche: siehe unten). Vielen Gesprächspartner fiel zu Kalkar gar nichts ein oder nur der „Schnelle Brüter“.

Nun traf sich der Arbeitskreis erneut im Wunderland. In einzelnen Referaten wurden für jeden Ortsteile besondere Merkmal herausgestellt. Walter Schwaya, selbst Marketingexperte, betonte noch einmal die Begrifflichkeit der DNA? „Die DNA ist der Träger der Erbinformationen, der Gene. Genau das ist es, was wir suchen: die gewachsenen Strukturen von Kalkar.“ Schwaya beschäftigte sich mit der Stadt Kalkar und Altkalkar. Als besonderes Merkmal hob er die mittelalterliche Innenstadt hervor, die es sonst am Niederrhein kaum noch gebe: die Nicolai-Kirche, der Markt, die Mühle und die Giebelhäuser seien identitätsstiftend. Die Hanse hingegen könne man in Kalkar heute kaum noch erleben, dafür aber das Wirken der mittelalterlichen Gilden und Bruderschaften: „Das ist sicherlich etwas besonderes“, so Schwaya.

Als neues Merkmal müsse man sicherlich auch die Gastronomie am Markt hervorheben. Die Bemühungen Kalkars, sich als Gastronomiestadt zu etablieren, seien erfolgreich gewesen. „So eine gastronomische Fülle im Stadtkern gibt es sonst nirgendwo am Niederrhein“, betonte Schwaya. Er zählte auch noch vergessene Traditionen auf: etwa die Kalkarer Festspiele, das Dominikanerkloster, die Römer in der Stadt oder die Teufelsschlucht.

Britta Schulz setzte sich mit den Ortsteilen Niedermörmter und Hönnepel auseinander. Neben der Rheinfähre und dem Fußballverein seien für Niedermörmter vor allem der Golfplatz, das Woy-Fest und der Viehscheid prägend. In Hönnepel denke man wohl zuerst an den Schnellen Brüter und an die Graffiti der Scheunenwand von Bauer Maas und an die mittelalterliche Kirche St. Regenfledis.

Jörg Sadlowski arbeitete die Besonderheiten für Wissel und Wisselward heraus. Die Wisseler Dünen und die Wisseler Seen seien sicherlich die prägenden Elemente der Landschaft, die zur DNA dieser Ortschaften beitragen. Die Stiftskirche St. Clemens aus dem 12. Jahrhundert und das Haus Kemnade aus dem 16. Jahrhunderten hob er besonders hervor. In Wisselward entdeckte Sadlowski einen Kulturpfad und die Kulturlandschaft, die vor allem durch den Deichbau geprägt worden sei.